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  • Mathematiker

mehr als 1000 Beiträge seit 22.02.2014

Zeichen einer kranken Gesellschaft

Mal folgende Gedankengänge:

Auch der Mensch ist ein Säugetier:
Unter Stress nimmt die Paarungswilligkeit der Weibchen rapide ab. (Ein Schutzmechanismus, da Schwangerschaft und Junge ein erhebliches Risiko darstellt.) Heute sind Mädchen und Frauen einem viel höherem Stresslevel ausgesetzt als früher. Der Gang ins Arbeitsleben oder das College wurde früher für Frauen hauptsächlich als Heiratsmarkt gesehen. Heute muss Frau rann und "ihren Mann" stehen. Ihre Arbeitskraft ist oft zwingend erforderlich, um überhaupt über die Runden zu kommen. Mit einer klassischen Frauenbiographie, also Ausbildung und geringe Berufserfahrung, dann Heirat und Jobaufgabe wegen der Kinder, kommt Frau heute nicht mehr weit. Der Stresslevel hat sich massiv erhöht.
Die Pille, die ja dem weiblichen Körper eine Schwangerschaft vortäuscht, hat ebenfalls eine Auswirkung auf die Libido.

Massive Veränderungen in der Erziehung:
Das "freie Spielen" der Kinder nimmt seit Jahrzehnten ab. Heute ist schon der Terminkalender der Kleinsten vollgestopft mit Terminen. Ritualisierte Aktivitäten lassen aber nur wenig Spielraum für die bedürfnisorientierte Entwicklung und die Knüpfung enger Sozialkontakte.

Versingleung, Unsicherheit und "soziale" Medien:
Zum Thema Sex und Beziehung gehört auch die Fähigkeit sich jemanden zu öffnen, sich "schamlos" zu zeigen und ernsthafte Gefühle zu investieren. War früher mal die Ehe fürs ganze Leben, regiert heute die Unverbindlichkeit. Überlebt die Beziehung den Jobwechsel? Wie passt dies zur eigenen Karriere? Das Single-Dasein erscheint für viele die stressfreiere Alternative, bei denen man "sein" Ding durchziehen kann, ohne auf Andere Rücksicht nehmen zu müssen. Bei den "sozialen" Medien bekommt man zwar schnell viele "Freunde", die scheinbar die gleichen Interessen haben, aber genauso schnell wird bei einem Fehlverhalten rausgeworfen. Der Spruch "never fuck in the company" passt auch gut in unsere Zeit. Einer der wenigen Orte, wo die Partner sich länger kennenlernen können, bevor sie ein Paar werden und ins Bett steigen, wird zur Tabuzone erklärt.

Kommerzialisierung des Sex:
Zwar kommen Jugendliche und Kinder heute viel früher mit Sex in Berührung, durch
Pornographie und Werbung, aber dies ist hauptsächlich die kommerzielle Variante, die mit dem wahren Leben nur noch wenig zu tun hat. Triebhaftigkeit und das Spiel mit Sexualität werden immer mehr zum Tabu. Sei es das Spiel mit den weiblichen Reizen durch die Kleidung der Frauen oder halt die auch Kommunikation mit einer sexuellen Variante. Ein schönes Beispiel war hier der Fall Brüderle.

Unsere Gesellschaft ist heute viel unfreier, als es z.B. zur Zeit der "sexuellen Revolution" oder sogar noch davor war.

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