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  • MPolo

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OT Frage an Herrn Neskovic

Sehr geehrter Herr Neskovic

Ich denke, dass Art. 38 (1) GG im Widerspruch zum Bundestagswahlverfahren steht, wegen "Sie sind Vertreter des ganzen Volkes" - die Direktkandidaten sind ja gerade nicht Vertreter des ganzen Volkes sondern nur Vertreter ihres Wahlkreises. Aus dem GG-Artikel geht imho hervor, dass jeder einzelne Bundestagsabgeordnete Vertreter des ganzen Volkes ist, und als Vertreter müsste er doch potentiell wählbar sein von jedem, der wahlberechtigt ist. Wie kann denn der Direktkandidat aus Castrop-Rauxel mein Vertreter sein, wo ich ihn garnicht wählen kann? Kann er nicht, er weiß ganz genau dass er sich um meine Interessen nicht zu scheren braucht, weil sein Mandat mit Sicherheit nicht auf meine Gunst zurückzuführen ist, also vertritt er meine Interessen nicht. Und selbst wenn der Mandatsträger nicht nach Interessen schaut sondern seinem Gewissen nach handelt, geht der Direktkandidat nur aus der Wahl in seinem Wahlkreis hervor und vertritt somit den Geist des Wahlvolkes in seinem Wahlkreis, und nicht den des ganzen Volkes. Und damit steht sein Mandat doch im Widerspruch zu den Leitsätzen des GG. Man müsste es dem Wahlbürger also nach dem GG erlauben Direktkandidaten aus anderen Wahlkreisen zu wählen.
Gabs da schon mal eine Aussage des BVerfG dazu?
Vielen Dank fürs Lesen, ein Kommentar wär super :-)

mfG
MPolo

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