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  • manhu

568 Beiträge seit 14.01.2013

Die Schreibkunst geht zugunsten des Wissens?

Es gab eine Zeit, da musste man intensiv selbst rechnen und war dann Mathematiker, wenn man das gut konnte. Heute nun tippen wir in den Kasten und erhalten komplizierteste Berechnungen auf Knopfdruck. Dennoch spricht keiner vom Aussterben der Mathematiker. Es hat sich das PRoblem von der einfachen Fußrechnung hin zu komplexeren Aufgaben und Lösungen verschoben und erfordert heute sogar noch mehr auf Seiten des Mathematikers als früher.

Es wäre möglich, dass eben KI der Taschenrechner der Sprache wird. Dann aber muss der Sprachler auch lernen, sich dem anzupassen. Da Sprache aber Allgemeingut ist, jeder Mensch es nutzt, muss das in der Breite mit angepasst werden und folglich muss es dann erweitert gesehen werden.

Das, was mir hier fehlt ist der Punkt der Information. Sprache kleidet Information und vermittelt diese an andere. Diese Vermittlung kann KI übernehmen. Die Informationsquelle aber ist das Produkt der Recherche. Die angekommene Sprache muss in Information umgesetzt werden, verstanden und aufgenommen/aufbereitet werden beim Leser/Empfänger.

Aber genau hier kommen wir an den kritischen Punkt. Die Sprachkompetenz vieler dürfte heute unter dem Niveau der besten KI liegen und daher ist die Kompetenz zur Verabeitung gering. Wir haben heute imenses Wissen, aber wir können es nicht verarbeiten und damit umgehen. Wir haben ein Können im Formulieren, aber kein Können im wirklichen Verstehen.

Das, was das KI uns aber vor allem voraus hat, ist die Vernetzung der Information. Wir hören Dinge/Informationen und lassen diese für sich isoliert stehen. Wir bilden keine Verknüpfung der Information und können daher kein Bild gesamt und keine Struktur ermitteln. Weil wir ständig mit zu viel Informationsinput belastet sind, ist heute m.E. die Fähigkeit zur Verknüpfung eher noch geringer geworden.

Die Qualität unserer Sprache und Kommunikation ist daher ein Blubbern, wie dies den modernen Medien sprachlich wirklich nahe kommt. Ich brauche bei Whatsapp auch keinen Text mehr schreiben, sondern ich muss nur aus den vorgeschlagenen Wörtern eines auswählen (oder den Anfangsbuchstaben tippen) und bekomme dann Wortfolgen vorserviert.

KI wird daher unsere Sprache nicht verbessern, nicht verschlechtern. Jedoch werden wir noch mehr im Dilemma der Informations-Sprach-Verarbeitung stecken, weil nun neben schon gesteuerten Menschen noch in viel größerem Umfang gesteuerte Maschinen uns zutexten und in diesen Sprachgebilden nicht wenig falsche oder täuschende Informationen verpacken können.

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