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  • bhakta

23 Beiträge seit 13.10.2009

Der Kapitalismus ist ein Märchen, wie das vom blauen Blut

Als zum Zeitpunkt der französischen Revolution die Menschen das
Märchen vom gottgegebenen blauen Blut nicht mehr glaubten, musste ein
neues Märchen her, um die Machtverhältnisse zu erneuern.

Nur unter dem Blickwinkel, dass wir nach wie vor und noch immer im
Feudalismus leben, kann man die kognitiven Dissonanzen, die sich bei
der Diskussion um den Kapitalismus zwangsläufig einstellen, auflösen.

Was heißt das, blaues Blut? Am Ende ging es dabei nur um vererbten
Besitz und vererbte Macht, das blaue Blut hat das nur verschleiert.
Die Menschen zu jener Zeit konnten mit der himmelschreienden
Ungerechtigkeit des damaligen Gesellschaftssystems leben, da sie
ihnen als gottgegeben "verkauft" wurde.

"Kapital" ist also nur ein neues, komplizierteres Märchen für "blaues
Blut", aber wir leben immer noch im Zeitalter des Feudalismus und es
geht um noch immer nichts anderes: Vererbter Besitz und vererbte
Macht. Ob man das nun Plutokratie nennt oder Oligarchie, ist dabei
einerlei. Eine winzige Schicht von Superreichen, die ohne jeden
eigenen Verdienst, nur qua des Zufalls ihrer Geburt, eine gigantische
Mehrheit unterdrücken und aussaugen. Und sich dafür auch noch via
irgendwelcher Mechanismen (Gott, Markt, egal) als auserwählt
betrachten.

Aber nun, solange die Leute blöd genug sind das Märchen zu kaufen...
wird man den Status Quo wohl akzeptieren müssen. Wir sind offenbar
noch viel zu sehr Affe und sehnen uns nach den Alphamännchen. Früher
oder später aber, siehe französische Revolution, wird man auch das
Kapitalismus-Märchen nicht mehr glauben. Wird das dann wieder nur
eine blöde Orgie aus Blut? Und danach ein neues, noch viel
komplizierteres Märchen? Oder werden wir, als Spezies, dann endlich
aufwachen und der gerechten Verteilung der Ressourcen unser höchstes
Ziel widmen?

18.000 Kinder verhungern täglich, während 1/4 der Nahrungsproduktion
weggeworfen wird.

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