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  • hgeiss

411 Beiträge seit 06.08.2014

Dann will auch ich Gottvater Marx ein wenig lästern

„Proletarier aller Länder vereinigt euch!“ Ist je ein unrealistischerer Satz geschrieben worden, mit Ausnahme von „Liebet euere Feinde!“ Nicht dass ich gegen das eine oder das andere irgendetwas hätte, aber es erinnert an die einfältigen Bilder der Zeugen Jehova, wo die Menschen zwischen Großkatzen und anderem Raubgetier glücklich lächelnd schlafwandeln. Das gehört in die Kategorie, wo einer fordert, dass Löwen sich von Gras ernähren sollen, die Schwerkraft aufgehoben werden soll, Wucherer freiwillig auf Zins- und Zinseszins verzichten und die Alpen abgegraben werden sollen, wegen freier Sicht auf die Adria. Die Menschen, die Mühe haben mit ihrem Nebenmenschen einigermaßen auszukommen, sollen sich mit völlig Fremden solidarisch zusammenschließen - um was zu tun?

Wer den überübernächsten Schritt vor dem ersten lehrt, verhindert, dass der nächste gemacht wird und wer sich die Geschichte seit Marx betrachtet, findet das bestätigt. (Wir können heute das Buch vom Ende her lesen). Warum schickte er die Menschen gedanklich über den Äquator hinaus, obwohl es vor der Nase brennt? Und die zweite Frage, warum macht man das heute noch immer?
Selbst helle Köpfe nennen den Internationalismus heute noch ein ursprünglich „emanzipatorisches Projekt“, und räumen dann zerknirscht ein, dass es von den Neoliberalen gekapert und zu einem Projekt der Räuberei und des Neokolonialismus geworden ist. Könnte aber nicht genau das das Ziel der Predigt gewesen sein?

Machen wir uns auf die Spuren des Internationalismus.

Die ersten „Internationalisten“ hatten mit Marx die jüdische Herkunft gemein, Jesus von Nazareth und später der Jude Paulus von Tarsus mit römischem Bürgerrecht, der – ich vermute in römischen Auftrag – für das römische Imperium eine neue Religion für die Vasallenvölker schaffen sollte, die anders als das reine Judentum, keine nationalistische Religion für ein Volk war, sondern eine Religion für alle Völker ohne Ansehen ihres Standes, eine Sklavenreligion, wie es Nietzsche einmal ausdrückte. Paulus, eigentlich Saul der Toralehrer, Pharisäer und Inquisitor der Römer, der Christen verfolgte, hatte sich wohl zuvor beim Foltern und Steinigen von Christen die nötigen Einblicke für dieses Geschäft erworben, das als Christentum fast zwei Jahrtausende gut zur Disziplinierung und Verwirrung der Völker funktionierte.

Erst mit der Aufklärung und der Verelendung der Menschen in der Folge der Industrialisierung begann es zu rumoren. Die Herrscher über das Geld, Produktionsmittel und Land fühlten sich genötigt, nach einer neuen Nebelkanone bzw. Heilsbotschaft zu suchen, die mit großem Täterätä einen neuen Wegweiser aufstellt, mit der Ortsangabe „Erlösung“. Wie wir wissen haben sie in dem politischen Redakteur Karl Marx den Propheten gefunden, der mit seiner Sprachgewalt und dem Anspruch von Wissenschaftlichkeit die nach Brot Hungernden mit dem Versprechen ewigen Mannas beeindruckte. Mit seinem Büchlein, dem „Kommunistischen Manifest“ und seinem Kampfruf, dass sich die Habenichtse aller Völker vereinigen sollen, hatte er sein Bewerbungsschreiben abgegeben. In ihm ging es nichts weniger als um den Umbruch aller Werte und die Schaffung einer neuen gerechten Gesellschaft. Das Denken vom Kopf auf die Füße stellen, wollte er, ich vermute, dass der Kopf näher an die Wolken kommt...

Ausgerechnet die Klasse, die nichts zu verlieren hatte außer ihre Ketten (dass sie auch noch ihr Leben zu verlieren hatten, vergaß Marx zu erwähnen) sollte die Weisheit besitzen, ein zentralistisches Utopia umzusetzen, was natürlich eine glatte Lüge war, denn sie sollten natürlich wie eine Schafherde geführt werden, von einer diktatorischen Partei, die wie die alte Priesterkaste im Besitz der Schatzkarte zur neuen Seligkeit war. Nur sie gaben vor, Marxens dicke Betriebsanleitungen zu verstehen, aber das hat ja auch immer das göttliche Bodenpersonal von den Regelbüchern der Religionen behauptet.

Fast nebenbei wurden mit diesen neuen Heilsbotschaften Solidarisierungen zwischen Gewerbetreibenden, Bauern und Arbeitern vor Ort verhindert und der Zorn der Massen gegen einen nicht greifbaren Feind umgeleitet, wo er den Konzernen und der Hochfinanz nicht gefährlich werden konnte. Im Gegenteil, erledigten die Revolutionäre das Geschäft des Kapitals, in dem sie zentralisierten und Bauern und Kleingewerbe enteigneten, blutige Geschäfte, die in den USA kleinklein von bezahlten Mördern der Konzerne erledigt werden mussten.

Doch wie soll der Verdacht weiter begründet werden, dass Marx ein Agitator und Lohnschreiber der Eliten war? In dem man die Sache von ihrem Ende her aufrollt und den Baum auf Grund seiner Früchte beurteilt. Sowohl Russland wie China sind heute Diktaturen, aus denen unsagbar reiche Oligarchen entsprossen sind. Die „Diktatur des Proletariats“ (was für ein verlogener Slogan!) war ihr Werkzeug. Na ja, und wie erwähnt, das Nutznießen aus dem emanzipatorischem Projekt der Internationalisierung (und der beiläufigen Zentralisierung und Zerstörung der Vielfalt an Völkern und Kulturen).

Unhaltbare Annahmen? Vielleicht. Es passen da aber schon noch andere Bausteine zusammen, denn Marx hatte mit niedrigem Volk nichts am Hut, im Gegenteil verachtete er die kleinen Bauern. Zitat, mit dem er den Philosophen Feuerbach verspottete: "Verbauern und versauern".
Marx strebte in die höheren Schichten, die er zu bekämpfen aufrief. Er kaufte sich in Jena einen Doktortitel, heiratete die Schwester des preußischen Innenministers, stand eine Weile in Rothschildschen Diensten und war auch mit Moses Hess befreundet, der als der Urvater des Zionismus gilt. Ein bekannter Ausspruch von diesem: „Die gesamte Geschichte hat sich bisher um Rassen- und Klassenkämpfe gedreht. Der Rassenkampf ist das Ursprüngliche und Primäre, der Klassenkampf das Sekundäre.“
Und wie beginnt Marxens Manifest? „Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen.“ Den Rassenquatsch hat er weggelassen, vielleicht weil das seinem Internationalismus widersprochen hätte?

Ach, und jetzt wird’s auch noch antisemitisch? Was soll das? Marx lebte in einer Zeit, in der es noch keine jüdische Bankenmacht gab!
Bist du sicher?
Ich empfehle hier seinen Zeitgenossen Dostojewski zu lesen. Zitat: „Der Jude und die Bank beherrschen jetzt alles: sowohl Europa wie auch die Aufklärung, die ganze Zivilisation und den Sozialismus. Denn in dem er den Sozialismus predigt, bleibt er als Jude mit seinen Stammesgenossen doch außerhalb und wenn der Reichtum Europa vertan ist, bleibt die Bank des Juden.“

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (22.02.2018 10:39).

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