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  • Illoinen

691 Beiträge seit 14.11.2011

Die Realwirtschaft ist nur noch ein Anhängsel der Finanzwirtschaft!

Heutzutage beträgt das Volumen der uns bekannten gehandelten Derivate
zwischen 600 und 700 Billionen Dollar.

Um das einmal ins Verhältnis zu setzen: Das ganze globale
Bruttoinlandsprodukt, in anderen Worten, alles, was die Länder
produzieren, beträgt ungefähr 60 Billionen. Also ist die Menge der
aktiven Derivate zehn oder zwölfmal größer.

Auf der anderen Seite haben wir einige interessante Zahlen vom
Devisenmarkt. Und wenn man sich da den Umsatz anschaut, macht der
reale Geldfluss nur 3% des gesamten Handels im Devisenmarkt aus. Der
Rest sind Derivate. 

Basiert unsere Struktur auf einer Realwirtschaft, die von
Finanzdienstleistungen und von Finanzhäusern gefördert wird, oder ist
unsere Welt eine finanzielle Welt, deren Ansprüche auf die
Realwirtschaft gehandelt werden?

Alle Händler möchten jeden glauben machen, dass sie riesige Werte
schaffen. In Wahrheit wird auf den Finanzmärkten aber niemals
irgendetwas geschaffen. Es findet nur ein Transfer von Vermögen
zwischen den beteiligten Leuten statt. Denn tatsächlich produzieren
sie keine realen Dinge, sie verkaufen keine realen Produkte, alles,
was sie machen, ist, Vermögen zu transferieren. Das bedeutet im
Grund, für jeden Gewinn gibt es auch einen Verlust. 

Wir haben jetzt keine Gesellschaft mehr, sondern eine Wirtschaft. Und
wenn die Wirtschaft nicht funktioniert, dann fällt die Gesellschaft
auseinander. Das ist unser Riesenproblem. Wenn man nicht in der Lage
ist, das ganze Finanzsystem zu kontrollieren, also nicht nur Banken,
sondern auch Schattenbanken, und alle seine Elemente, und es nicht
schafft, sie alle denselben Regeln zu unterwerfen. Die Deregulierung
des Finanzsektors war ein wichtiger Faktor, der zur Krise
beisteuerte. Also ist die strengere Regulierung ein wichtiger Teil
des Versuchs, das zu korrigieren. Dazu müsste man im ersten Schritt
aber erst einmal aufhören, Kapitaleinkünfte geringer zu besteuern,
als Arbeitseinkünfte. Quelle "Wer rettet Wen?" Die Krise als
Geschäftsmodell. 

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