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  • freudhammer

715 Beiträge seit 14.12.2014

Re: Menschengeschaffene Biotope

Die "nie gemähte Wiese" bezieht sich nicht auf den Artikel, den ich recht gut finde. Er bezieht sich auf Aussagen von Zeitgenossen, mit denen ich - im Zusammenhang mit dem bayerischen Volksbegehren "Rettet die Bienen" - diskutiert habe und die mit voller Inbrunst meinen, alles würde gut, wenn man es nur der Natur überließe. Ich habe vor vielen Jahren in etwa auch so geschwärmt, praktische Landschaftspflege hat mich eines Besseren belehrt.
Wobei ich durchaus dafür bin, größere Nischen eines Gartens der Natur zu überlassen. Ihr Artenreichtum kann aber mit behutsam gepflegten Flächen nicht mithalten. Ich habe schon meterbreite Spireenhecken gerodet und darin kein einziges Vogelnest gefunden, kein Schneckenhaus und auch keine Regenwürmer. Andererseits haben sich zu meinem Erstaunen die so verachteten Tujahecken geradezu als Vogel- und Igelparadies gezeigt. Was ich aber unbedingt empfehlen kann sind Steinhaufen und Haufen mit Baumschnitt, in denen sich etwa Ringelnattern, manche Bodenbrüter und Eidechsen sehr wohl fühlen.
Wer den Insekten die Vegetationszeit über blühende Pflanzen zur Verfügung stellen will, braucht viel Erfahrung und vor allem dauernden Arbeitseinsatz.

Es wäre wirklich erfreulich, wenn sich das Denken der Gartenbesitzer so wandeln würde, dass sie sich irgendwann für den Einsatz von Mährobotern schämen, oder für ihren Krieg gegen jedes Gänseblümchen und jeden Löwenzahn. Aber in einem Land, das selbst seine Sportplätze mit Kunststoffrasen überzieht, oder seinen Garten mit einer Teichfolie überzieht und darauf Zierkies streut, damit ja nichts mehr wächst, darf man wohl nicht zu viel erwarten.

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