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  • Carl_F_G.

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Fehlende Daten und alternative Ursachen

Die Vorabveröffentlichung der Ergebnisse der Studie hinterlässt bei
mir weit mehr Fragen als dass sie Antworten liefert (vielleicht
finden sich ja in der kompletten Studie die Antworten). Diese Fragen
sind insbesondere:

Wurde ein Gegenkontrolle hinsichtlich der allgemeinen KKW
Standortfaktoren unternommen? Denn im allgemeinen befinden sich AKWs
östlich von Großstädten (aus Sicherheitsgründen - Störfälle,
Evakuierungszone). Damit befinden sie sich typischerweise oft in der
Abgasfahne der Großstädte. Weiterhin sind sie nicht mehr in
städtischen Gebieten aber noch relativ Großstadtnah (Leitungslänge
etc.) Und schließlich befinden sich diese an größeren Flußläufen
(oder am Meer).
- So hat z.B. in Hamburg die Hamburger Affinerie nach
Fernsehberichten in den 80ern (?) Jahrzehntelang größere Mengen Arsen
in die Luft geblasen. Diese dürften sich dann östlich davon
wiederfinden. Weiterhin sind Flussniedrungen auch potentiell
prädestiniert, dass sich dort (chemische) Schadstoffe (a.u. durch
Hochwasser) ansammeln. Und die Siedlungsstruktur hat Einfluss auf
mögliche infektiologische Auslöser.

Ist die Häufung relativ gleichmäßig auf alle KKW verteilt oder würde
der erhöhte Wert verschwinden wenn man einzelne KKWs rausnehmen
würde. In wieweit sind Aussagen dazu statistisch überhaupt noch
signifikant.
- Wenn sich das auf einzelne AKW Standorte konzentrieren würde, dann
würde die sicher gegen einen Ministrahlendosis-Effekt sprechen. Es
würde aber offen lassen ob dann Störfälle oder andere Ursachen wie
chemische Schadstoffbelastung, Infektionen .... der Auslöser sind.
Ein interessanter Vergleich wären auch große Kohlekraftwerke. Da
aktuell diese die KKWs ersetzen wäre der direkte Vergleich auch
angebracht. (die geben übrigens auch Radioaktivität ab). Wie ist in
deren Umgebung das Risiko im Vergleich zu KKWs und zum Durchschnitt?

Gibt es einen Einfluß der Himmelsrichtung. Bei KKWs dominiert
ziemlich sicher die Strahlenbelastung durch abgegebene radioaktive
Stoffe gegenüber der direkten Strahlung. Insofern sollte der Effekt
in Haupt-Windrichtung (nach Osten) deutlich stärker stärker sein als
in den übrigen Richtungen. In wieweit reicht da überhaupt die
Statistik?

Welche Läukemiearten sind da überhaupt aufgetreten. Nach meiner
Kenntnis gibt es da nämlich je nach Einteilung bis zu 6 Arten. Und es
gibt durchaus Erkenntnisse darüber welche Arten typischerweise
gehäuft bei erhöhter Strahlung, welche bei chemischen Belastungen ...
auftreten. Diese Informationen könnten helfen die tatsächlichen
Ursachen besser herauszufinden.
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