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  • phute

mehr als 1000 Beiträge seit 28.03.2002

Mal ganz nüchtern betrachtet...

Wird in diesem Artikel herumgereded und irgendwo mal zwischendurch
das Massaker an 300 Bauern in Litauen, wegen dem hier ermittelt wird
erwähnt - so, als ob dieses nicht der Mittelpunkt der Geschichte
wäre, sondern ein Ereignis am Rande, während die gesamte Justiz nur
darauf aus wäre, irgendwelche greisen Juden zu verfolgen...
Die Perlen an Dummdreistigkeit sind aber folgende:
"Der Begriff "Völkermord" wird im politischen Diskurs Litauens anders
benutzt als etwa bei den Vereinten Nationen. Er unterscheidet nicht
zwischen dem industriell betriebenen Holocaust an Juden und den
Morden an der litauischen Bevölkerung. "
Mord ist Mord. Mörder sind Mörder. Und er wird eben nicht besser oder
schlechter, je nach Art der Durchführung. Und das Partisanen damals
genauso grausam - wenn nicht noch grausamer gemordet haben steht
ohnehin ausser Zweifel.

"Warum sich die litauische Staatsanwalt so sehr für die jüdischen
Partisanen interessiert, obwohl dieses Kapitel der litauischen
Geschichte in Israel schon längst historisch aufgearbeitet wurde, die
Nazi-Kollaborateure aber weitgehend in Ruhe lässt, kann man kaum
rational erklären."
Entschuldignung - aber nur weil eine Kombattantengruppe ihre Version
erzählt, ist ein historisches Ereignis noch lange nicht genug
ausbeleuchtet. Oder würde man sich mit einer Erklärung über die
Machtergreifung der Nationalsozialisten zufrieden geben, die 1942 in
Deutschland verfasst wurde?
Wohl kaum!

In Summe scheint hier ein Wahrheitsfindungsprozess durch geballte
Intervention gestoppt zu werden, weil aufgedeckt werden könnte, dass
entgegen Hollywoodfilmen und Designergeschichtsschreibung alle
beteiligten Blut an ihren Händen kleben haben und die Zuteilung von
Schuld und unschuld eben komplexer ist, als es einfältigen Menschen
lieb wäre!
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