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Anfang 2001 brachte die PDS den früheren SPD-Gesetzentwurf zur
Rehabilitierung der Wehrmachtsdeserteure wörtlich in den Bundestag
ein, was zu einiger Irritation führte. Endlich, am 17. Mai 2002,
wurden unsere Urteile gesetzlich aufgehoben. Nicht aufgehoben wurde
der Straftatbestand »Kriegsverrat«. Zu meiner Bemerkung, daß doch
Millionen KZ-Insassen und Zivilisten nicht mehr hätten zu sterben
brauchen, wenn es im deutschen Vernichtungskrieg mehr Kriegsverrat
gegeben hätte, sagte mir der zuständige Staatssekretär Hartenbach:
»Das haben wir dem Kanzler nicht vermitteln können.«

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Besonders bedrückend ist die Politik des Gedenkens für die Opfer der
NS-Militärjustiz in Sachsen, wo in Torgau ab 1943 das
Reichskriegsgericht wütete. Über 1000 Todesurteile, unzählige
Hungertote und viele Folteropfer sind die düstere Bilanz unserer
Verfolgung im Torgauer Fort Zinna. Auch nach 1945 war Fort Zinna
Haftanstalt, zuerst bis 1950 unter der sowjetischen
Militäradministration, dann bis 1989 Strafvollzugsanstalt der DDR und
seitdem sächsische Justizvollzugsanstalt. Nach der Wende war der
ehemalige sächsische Justizminister Steffen Heitmann – bekannter als
Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten – für Fort Zinna
zuständig. Seiner Äußerung, ihm sei das Gedenken an die nach 1945
Verfolgten wichtiger, ließ er gleich Taten folgen, indem er ihnen
1992 eine Gedenkstätte mit einem drei Meter hohen Kreuz im
Anstaltsbereich genehmigte und mitfinanzierte. Wir haben trotz
unserer weit schwereren Verfolgung am Fort Zinna nicht einmal einen
Platz, wo wir für die Opfer der NS-Militärjustiz Blumen niederlegen
können.

so sieht es vor der eigenen Haustüre aus.

http://www.sopos.org/aufsaetze/41a6e4ba4081a/1.phtml


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