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  • OckhamOS

mehr als 1000 Beiträge seit 24.09.2015

Schon wieder jede Menge Nebelkerzen... Ich dachte, der Fall ist klar?

Wann hört das denn endlich mal auf?

Oder ist das ein Anzeichen für bevorstehende neue Informationen, die man schon mal mit einem Spin belegen möchte?

Wie auch immer, ich hab mir die Mühe gemacht und mich nochmal durch den Abschlussbericht der Niederländer gekaut.
https://www.onderzoeksraad.nl/en/onderzoek/2049/investigation-crash-mh17-17-july-2014/publicatie/1686/found-buk-missile-parts-in-final-report-dutch-safety-board#fasen

Auch so ein Paradebeispiel, wie man entscheidende Informationen zwar publiziert, aber mit so viel Müll bedeckt, dass sie kaum noch erkennbar sind. Beispiele:

- Abschnitt 2.16.3, zweiter Abschnitt: In 30 der 126 untersuchten Proben wurden außer dem Sprengstoff RDX (aus der BUK) auch die Sprengstoffe TNT und PETN gefunden.
Wurde auf "Verunreinigungen" zurückgeführt. Nicht weiter wichtig, weiterlesen, hier gibts nichts zu sehen. Aber es war (komischerweise) KEINES der BUK-Fragmente verunreinigt. Also die Pilotenkörper zeigten Sprengstoffspuren von anderen Waffen - oder führt man diese Sprengstoffe im Cockpit mit? In der Ladung des Schleudersitzes? (Da sind keine Schleudersitze! - für alle, die sich jetzt daran hochziehen wollen).

- Abschnitt 2.12.2: Schadensbilder der Außenhaut und eines Pilotensitzes ab Figure 15:
Die runden bzw. ovalen Einschusslöcher mit einem ziemlich identischen Querschnitt von 30 mm, die auf mehreren Bildern auftauchen (sehr hübsch in Fig. 32 und 33) wurden nicht gesondert untersucht bzw. identifiziert, da man sich (Abschnitt 3.6.1) schon mal auf die BUK als alleinige Waffe festgelegt hatte.
In keinem der Bilder wurde das Fragment der linken Cockpitseite so gezeigt, wie es in

http://www.vol.at/2014/07/mh17_crash_part_shrapnell_ap.jpg

dargestellt ist (ist das in Fig. 33 gezeigte Trümmerteil. Warum haben die Bilder keine Messlatte?). In diesem Bild aus anderem Blickwinkel und anderer (besserer) Beleuchtung und Auflösung erkennt man SEHR deutlich 5 (FÜNF!) fast identische schräge ovale Einschusslöcher in fast konstantem Abstand mit ca. 30 mm Querschnitt (von links oben nach rechts unten auf fast einer Linie verlaufend - gekrümmte Oberfläche). Kann jeder, der die Augen aufbekommt, für sich feststellen, ob das nach einer Garbe aussieht. Für so eine zielsichere Garbe müßte die Waffe (Maschinenkanone Kaliber 30 mm) aus einem mit fast gleicher Geschwindigkeit fliegenden Flugzeug von hinten unten oder hinten oben kommend abgefeuert werden.

Und diese Maschinenkanonen arbeiten mit anderen Patronenladungen -TNT und PETN. Die Geschosse haben eine so hohe Geschwindigkeit (und Energie) und Form, dass sie - anders als die Schrapnelle, die im Pilotenkörper stecken bleiben Fig.37 ! - durchschlagen - es können also nur Reste, Splitter, Abrieb (gleiches Metall wie die Schrapnelle?) und eben die Schmauchspuren anderer Sprengstoffe nachgewiesen werden. Und tatsächlich lassen sich einigermaßen runde Durchschüsse auch im Pilotensitz (aus sehr festem Metall) finden, Fig. 24, 26. Explosivgeschosse sind von dieser Betrachtung nicht ganz erfasst, sie explodieren nämlich nicht bei der Oberflächenberührung, sondern µs später im Inneren und würden kleine Splitter hinterlassen - aus einem ähnlichen Metall wie die Schrapnelle.

Der Report schließt das von vornherein aus und nimmt als diskutierte Möglichkeit ein von vorn kommendes Flugzeug (Abschnitt 3.6), was natürlich durch die irrsinnig hohe Relativgeschwindigkeit keine Schussgenauigkeit haben kann und deshalb kaum Treffer erzielen wird (womit der geneigte Leser gleich von vornherein in eine bestimmte Richtung gelenkt wird, nämlich dass es kein Flugzeug gewesen sein kann - naja, wers mit sich machen lässt).

Diese Geschosse würden mit Sicherheit das Cockpit durchschlagen und die Crew töten - aber womöglich nicht das Flugzeug strukturell so zerstören, dass es zerbricht. Das kann eigentlich wohl nur durch Raketenschrapnells mit großflächiger Zerstörung und die Druckwelle passieren. Und die würden dann womöglich auch Beschusspuren unkenntlich machen - aber wohl nicht ganz, wenn man die Augen aufmacht.

Natürlich wurden keine ausführlichen Vergleiche der Schrapnelltypen von Luft-Luft-Raketen angestellt - nur eine ausgewählte Liste von "typisch in der Region verwendeten" (Table 14), die alle keine solchen Schrapnelle erzeugen. Aber sehr ausführlich wurden alle anderen Abschüsse in der Region bei den militärischen Auseinandersetzungen gelistet. Wieder so eine Nebelkerze?

Und wieder der Hinweis, "ein anderes Flugzeug hätte man im Radar gesehen" (s. 128) - aber Radardaten lagen noch nicht vor....

Für mich sind alle Hinweise auf Flugzeugbeteiligung keine VT mehr.
Und wenn ich mir das Schmierentheater um die supergeheimen Radaraufzeichnungen so anschaue, erst recht nicht. Da sind für mich Aufklärungslücken in der Größe von Kampfflugzeugen und Nebelkerzen vom Format Brutkastenlüge erkennbar.

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