Sowohl die Eltern von Uwe Böhnhardt als auch die von Mundlos sind der
Ansicht, dass die rechte Szene im Osten erst durch den
Verfassungsschutz regelrecht aufgebaut und nur durch dessen Hilfe
überhaupt eine bedeutende Größe wurde. Ohne das BfV wäre er wohl eine
Randerscheinung geblieben. Eine inzwischen von Vielen geteilte
Meinung.
Ein Blick auf den Gegenpart des NSU, die Islamisten um Mevlüt Kar,
zeigt nun, dass diese V-Männer keineswegs die Aufgabe hatten, in eine
existierende Szene einzudringen und dort zu ermitteln, vielmehr
bekamen sie ganz klare operative Aufträge, die den Beamten selbst zu
"heiß" waren und an denen sie sich die Finger nicht schmutzig machen
wollten. Im Falle der Islamisten ist einiges bekannt geworden, so
gehörte zu ihren Aufgaben der Aufbau der "Sauerlandgruppe", die als
Beweis für islamistischen Terror in Deutschland herhalten musste.
Welche Jobs aber hat der NSU bekommen? Das ist der blinde Fleck in
diesem Verfahren, denn genau hier wurden alle Beweise geschreddert.
Es muss aber viel gewesen sein, allein aus der Aufbauphase um 1994
herum handelt es sich um 137 Ordner, wie wir gestern erfahren haben.
Der politische Teil des Ganzen wird zu Unrecht völlig ausgeklammert.
Kleine Ausnahme: der "Vorwärts" hat sich der Sache einmal angenommen,
ohne die politische Brisanz zu werten:
http://tinyurl.com/m7nakt3
"Insgesamt hatte das Trio 10.000 Adressen gesammelt, besonders von
Asylbewerbereinrichtungen, islamischen Einrichtungen und Parteibüros,
vor allem der PDS. Allein für die Städte Kassel, München, Nürnberg
und Dortmund, in denen der NSU mordete, fand die Polizei Adressen von
267 möglichen Anschlagszielen auf Karten, DVDs und USB-Sticks."
Das war richtig Arbeit, noch ohne Google-Maps. Dieses Sammeln blieb
nicht ohne Folgen, tatsächlich gab es um diese Zeit herum eine
regelrechte Gewaltserie im Umfeld der PDS. Hier lassen sich zwei sehr
deutlich unterschiedliche Wahrnehmumgen des Geschehens beobachten:
natürlich hat die PDS bemerkt, dass sie Gegenstand von organisierter
Gewalt geworden war. Jeder Versuch, dies an die Öffentlichkeit zu
bringen, wurde von der Presse verwendet, um die PDS lächerlich zu
machen. Was damals funktionierte.
Unter Ausklammerung der Türken und Asylanten, über die ich hier
nichts sagen kann, dürfte doch feststehen, dass es zu den Aufgaben
des NSU gehörte, ein Sichbreitmachen der PDS zu verhindern. Die
Ostlinken waren froh, dass sie Honecker los waren, gleichzeitig aber
waren sie sehr beliebt und sie hätten wohl das Netzwerk besessen, um
alternative Wirtschaft und Kultur in ihrem Sinne zu generieren. Das
zu unterbinden, dürfte wohl einer der operativen Aufträge des NSU
gewesen sein.
Ganz besonders interessant in diesem Zusammenhang wäre die Aussage
von Thomas Richter, Corelli, gewesen, denn der war einer der
politischen Köpfe der Ost-Rechten. Aber er ist an einer bislang
unbekannten Form der Diabetes gestorben. Tragisch.
Der innere Kern der Sache, über den die Öffentlichkeit nichts
erfahren soll und der systematisch vertuscht wird, ist der politische
Teil. Insofern nicht vergleichbar mit der RAF und Stay-Behind. Die
Ansätze waren völlig anders.
Gruß Artur
Ansicht, dass die rechte Szene im Osten erst durch den
Verfassungsschutz regelrecht aufgebaut und nur durch dessen Hilfe
überhaupt eine bedeutende Größe wurde. Ohne das BfV wäre er wohl eine
Randerscheinung geblieben. Eine inzwischen von Vielen geteilte
Meinung.
Ein Blick auf den Gegenpart des NSU, die Islamisten um Mevlüt Kar,
zeigt nun, dass diese V-Männer keineswegs die Aufgabe hatten, in eine
existierende Szene einzudringen und dort zu ermitteln, vielmehr
bekamen sie ganz klare operative Aufträge, die den Beamten selbst zu
"heiß" waren und an denen sie sich die Finger nicht schmutzig machen
wollten. Im Falle der Islamisten ist einiges bekannt geworden, so
gehörte zu ihren Aufgaben der Aufbau der "Sauerlandgruppe", die als
Beweis für islamistischen Terror in Deutschland herhalten musste.
Welche Jobs aber hat der NSU bekommen? Das ist der blinde Fleck in
diesem Verfahren, denn genau hier wurden alle Beweise geschreddert.
Es muss aber viel gewesen sein, allein aus der Aufbauphase um 1994
herum handelt es sich um 137 Ordner, wie wir gestern erfahren haben.
Der politische Teil des Ganzen wird zu Unrecht völlig ausgeklammert.
Kleine Ausnahme: der "Vorwärts" hat sich der Sache einmal angenommen,
ohne die politische Brisanz zu werten:
http://tinyurl.com/m7nakt3
"Insgesamt hatte das Trio 10.000 Adressen gesammelt, besonders von
Asylbewerbereinrichtungen, islamischen Einrichtungen und Parteibüros,
vor allem der PDS. Allein für die Städte Kassel, München, Nürnberg
und Dortmund, in denen der NSU mordete, fand die Polizei Adressen von
267 möglichen Anschlagszielen auf Karten, DVDs und USB-Sticks."
Das war richtig Arbeit, noch ohne Google-Maps. Dieses Sammeln blieb
nicht ohne Folgen, tatsächlich gab es um diese Zeit herum eine
regelrechte Gewaltserie im Umfeld der PDS. Hier lassen sich zwei sehr
deutlich unterschiedliche Wahrnehmumgen des Geschehens beobachten:
natürlich hat die PDS bemerkt, dass sie Gegenstand von organisierter
Gewalt geworden war. Jeder Versuch, dies an die Öffentlichkeit zu
bringen, wurde von der Presse verwendet, um die PDS lächerlich zu
machen. Was damals funktionierte.
Unter Ausklammerung der Türken und Asylanten, über die ich hier
nichts sagen kann, dürfte doch feststehen, dass es zu den Aufgaben
des NSU gehörte, ein Sichbreitmachen der PDS zu verhindern. Die
Ostlinken waren froh, dass sie Honecker los waren, gleichzeitig aber
waren sie sehr beliebt und sie hätten wohl das Netzwerk besessen, um
alternative Wirtschaft und Kultur in ihrem Sinne zu generieren. Das
zu unterbinden, dürfte wohl einer der operativen Aufträge des NSU
gewesen sein.
Ganz besonders interessant in diesem Zusammenhang wäre die Aussage
von Thomas Richter, Corelli, gewesen, denn der war einer der
politischen Köpfe der Ost-Rechten. Aber er ist an einer bislang
unbekannten Form der Diabetes gestorben. Tragisch.
Der innere Kern der Sache, über den die Öffentlichkeit nichts
erfahren soll und der systematisch vertuscht wird, ist der politische
Teil. Insofern nicht vergleichbar mit der RAF und Stay-Behind. Die
Ansätze waren völlig anders.
Gruß Artur