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  • Pythagoras V Samos

667 Beiträge seit 21.03.2017

Die Linkspartei schwenkt seit einiger Zeit in die SPD-Sackgasse ein und scheint

diesbezüglich den Turbo anzuwerfen. Noch gibt es wesentliche Kräfte innerhalb der Partei, die dies aufhalten können. Für die Frage, ob sie das Korruptionsproblem, was automatisch vom Parlamentarismus ausgeht und immer wieder bei jedem Einzelnen Parteimitglied generiert wird, generell und nachhaltig lösen können, bin ich pessimistisch: Das ist nach meinem Verständnis, wie Mensch als Individuum und als (a)soziales Wesen funktioniert, ziemlich ausgeschlossen.

Die Grazer Kommunisten, die seit Ewigkeiten im Stadtparlament sitzen und tatsächlich effiziente, linke Politik machen und den Menschen vor Ort richtig helfen, könnte man zu einem möglichen Modell befragen. Z.B. ist jedem Abgeordneten bei denen von vornherein klar, dass er materiell nicht von seinem Platz profitieren wird, da die Diäten zum allergrößten Teil in einen Fonds eingezahlt werden, mit dem Menschen in Not geholfen wird. Allein damit verringert man ja die Gefahr schon enorm, dass man "Falsche Fuffziger" in den eigenen Reihen hochpäppelt bzw. durchaus ursprünglich in jungen Jahren aufrechte Typen sich in amoralische Arschlöcher verwandeln, sobald sie vom System mit 5-stelligen Monatseinkommen verführt werden.

Bzgl. der Frage Pro- oder Anti-EU: Wer sich für diesen undemokratischen und prokapitalistischen Machtapparat ausspricht, outet sich sofort als mindestens nicht-links. Bestenfalls kann man ihm oder ihr noch unterstellen, dass er innereuropäische Kriege vermeiden möchte. Doch wer will das nicht?
Die EU zu "reformieren" ist unmöglich, also bleibt nur ein Neuaufsetzen. Dazu gute Konzepte vorzulegen wäre die Aufgabe einer glaubwürdigen Linken.

Linke wegen völlig berechtigter EU-Kritik in die rechte Ecke neben die AfD zu stellen, ist einfach nur widerwärtig und infam. Das scheint mir von diesem Hufeisenblödsinn abgeleitet. Wer solchen Mist raushaut, hat sich als infamer Lügner enttarnt und braucht nicht mehr ernst genommen zu werden.

PS. Ist ja eigentlich ziemlich OT, aber warum soll Antisemitismus keine Extremform von Rassismus sein? Das einzige Argument, was ich dafür gefunden habe, lautet, dass Antisemitismus früher als der rassisch-biologistisch definierte Rassismus entstanden ist. Aber das ist doch Blödfug: Beide Begriffe sind semantisch unsinnig und müssen daher im Kontext und bzgl. Rassismus in der Bedeutung weit ausgelegt werden. Sonst kann man sie überhaupt gar nicht verwenden.
Also da es, wissenschaftlich bewiesen, keine menschlichen Rassen gibt (die durchschnittlichen genetischen Unterschiede innerhalb einer "Rasse" sind größer als die genetischen Unterschiede zu allen Menschen), bezieht sich der heutige Rassismusbegriff auf alle, für die "Wertigkeit" eines Menschen völlig irrelevanten, äußeren Merkmale, zu denen auch Kultur, sozioökonomischer Status, Staatsangehörigkeit, Religion etc. gehören können. Obwohl die allermeisten Semiten keine Juden sind, wird Antisemitismus im Sinne von Judenfeindlichkeit verwendet. Das passt doch aber nun absolut als Unterbegriff zu Rassismus.
Vielleicht kann mich da jemand aufklären, wieso das also bestritten wird.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (20.02.2019 18:13).

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