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  • klaudie

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Re: @Autor: So kann man es eigentlich nicht machen

Many Eiben schrieb am 24. September 2012 15:22

> "Für Kommunisten stand (eigentlich) fest, dass nach einer
> Übergangszeit der Staat überflüssig werden würde." 

> Ach, wie das denn? Sind am Ende die Damen und Herren Kommunisten die
> Väter der neoliberalen Globalisierung der Weltwirtschaft?

Der olle Marx ging davon aus, dass der Kapitalismus im Interesse der
Profitmaximierung durch Erschliessung neuer Märkte sich zunächst
weltweit durchsetzt und dabei die gesamte Welt der kapitalistischen
Produktionsweise unterwirft. (Heute würde man sowas wohl als
kapitalistische oder neoliberale Globalisierung bezeichnen.) Da die
kapitalistische Wirtschaftsweise dabei aber nicht die sozialen
Probleme im globalen Maßstab lösen kann, und dabei aber selbst
ökonomisch Krisenanfällige ist, wird es zu einem weltweiten
Zusammenbruch des Kapitalistischen Systems durch eine soziale
Revolution kommen. In deren Folge übernehmen die Menschen
selbstbestimmt jenseits der Kapitalistischen Profitlogik ihre
Geschicke in die Hand, wodurch der Kapitalismus weltweit überwunden
wird. Der bürgerliche Nationalstaat zur Absicherung der nationalen
Konkurrenzfähigkeit ist danach nicht mehr nötig und überlebt sich.
Voraussetzung ist natürlich das die Menschen den Kapitalismus auch
weltweit überwinden wollen.

In dieser Logik ist nunmal kein Platz für die Fortexistenz von
Nationalstaaten in einer Kommunistischen Welt. Zudem ist hier
eigentlich auch kein Platz für die Existenz einzelner sozialistischer
und kommunistischer Staaten. 

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