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  • Nochwer

18 Beiträge seit 23.04.2009

Was war eigentlich diese "Kulturrevolution"?

Vielen Dank für den Klartext: "Eine Mischung aus chinesischer Kulturrevolution, McCarthyismus und Überwachungsstaat macht sich in einigen Lebenswelten unseres Alltags immer breiter – und die Corona-Pandemie befeuert das."
Da jüngere Leser vielleicht wenig mit dem Wort Kulturrevolution anfangen können - eine Erläuterung von einem Blogger namens Simon Black:

Der 14-jährige Gao Yuan besuchte ein Internat in China, als 1966 die Kulturrevolution ausbrach. Dieser Moment veränderte sein Leben für immer. Obwohl Kommunisten seit 1945 China egierten, glaubte der Vorsitzende Mao, dass es zu viel kapitalistischen Einfluss in China gab. Nun galt es, Literatur, Geschichte, ja das gesamte Bildungssystem neu zu schreiben. Der Schulunterricht wurde vom Mathematik- und Wissenschaftsunterricht auf Aktivismus
umgestellt. Schüler wie Gao Yuan sollte "Revisionisten" finden und bestrafen, die es wagten, dem Fortschritt der Revolution im Weg zu stehen oder ihn gar heimlich zu untergraben, selbst die Eltern und Lehrer.

Ein Lehrer wurde verdächtig, weil er öfters von Chinas Schönheit sprach ohne den Vorsitzenden Mao zu loben. Lehrer wurden angeprangert, die westliche Kleidung trugen oder wie Westler Wein tranken. Gao Yuan mochte seine Lehrer.
Aber er hatte mehr Angst davor, als böser Revisionist abgestempelt zu werden.
Also schloss er sich dem Mob an und begann, Lehrer und Eltern zu beschuldigen.
Der stellvertretende Schulleiter brachte sich um weil man ihn Revisionist nannte. Gao Yuan fand seine Leiche. Obwohl er ihn mochte, nahm Gao an, der Selbstmord beweise, dass der Mann sich eines DENKVERBRECHENS schuldig machte.

Nachdem ein weiterer Lehrer starb, floh der Rest der Lehrer. Das Internat geriet unter Schüler-Kontrolle. Nun wurde es bizarr. Schnell bildeten sich rivalisierende Fraktionen. Schüler wandten sich gegeneinander. Jede Gruppe warf der anderen vor, dem revolutionären Geist nicht gerecht zu werden. Überall fand man kleine Verstöße.
Ein Student erstickte, als man ihm eine Socke in den Mund stopfte. Ein anderer wurde zu Tode gefoltert. Ein Mädchen brachte sich um, um nicht von der rivalisierenden Gruppe gefangen genommen zu werden. Kinder starben, als sie Bomben bastelten.
Gao Yuan floh. Auch sein Vater wurde von örtlichen Schülern "gestrichen", weil er sich zu sehr um Landwirtschaft und Wirtschaft und zu wenig um Parteipolitik kümmerte.
Er verlor die Arbeit in der Bezirksregierung.

Als Gao Yuan nach Monaten zur Schule zurückkam war sie zerstört.
Über jenes Chaos von zerbrochenen Fenstern, anonymen Gräbern und zerbombten Gebäuden berichtete er im Buch "Born Red: Eine Chronik der Kulturrevolution."

Jetzt lernen im Westen weiße Schüler, dass Objektivität und Individualismus Merkmale weißer Dominanz sind und dass rassistische "Mikro-Aggressionen" der Lehrer und Mitschüler zu melden sind– etwa wenn jemand sagt, ihm sei jemandes Hautfarbe egal.
Die weiße Vorherrschaft ist Ursache allen Übels.
In einer kalifornischen Gruppe gilt die Aussage 2+2=4 als Beweis weißer Vorherrschaft. Das Problem lösen "Antirassisten", indem sie Unterdrücker identifizieren und bestrafen, also alle, die Objektivität lehren und glauben, dass 2+2=4 ist. Mathematik und Naturwissenschaften gelten als rassistisch und transphobisch. Schüler einer privaten Eliteschule in Manhattan, der Grace Church High School, widmen jede Woche Stunden der "Antirassismus"-Religion. Disney lehrt nun in Diversity-Trainings Kritische Rassentheorie: Pünktlichkeit und Individualismus sichern nur die weiße Vorherrschaft, ebenso wie der Wunsch „alle gleich zu behandeln".
Ziel sei "Ergebnisgleichheit" statt "Chancen-Gleichheit".

Was wurde eigentlich aus dem gebeutelten China? 2018 war ein Dialog in Weibo-Chats beliebt: Mao Zedongs Wiederkehr - als würde der Diktator gemäß der Ankündigung Jesu nach Johahnnes 5:28-29 - "Der Tag wird kommen, an dem die Toten in den Gräbern Gottes Sohn hören und ihre Gräber verlassen: Wer Gutes tat, wird auferstehen und ewig leben. Die Böses taten werden verurteilt...."
wiederkommen: Mao fragt also, was seither geschah:
Mao: Können sich die Leute satt essen? "Jetzt müssen sie eine Diät machen."
Mao: Sind noch Kapitalisten im Land? "Sie machen jetzt Geschäfte in Übersee!"
Mao: Produzieren wir mehr Stahl als England? "Tangshan allein liefert mehr als die USA."
Mao: Besiegten wir die Sozialimperialisten (UdSSR)? "Sie haben sich selbst aufgelöst!"
Mao: Haben wir den Imperialismus zerschlagen? "Wir sind jetzt die Imperialisten!"
Mao: Und was ist mit meiner Kulturrevolution? "Die ist jetzt in Amerika!"

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