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  • Rothhaus

874 Beiträge seit 09.07.2009

Tja, da bin ich baff.

Nun habe ich den Film auch gesehen und bin schon verwirrt, daß nicht
nur Suchsland, sondern auch der Großmeister Seeßlen den Film so
abfeiern.

Ich hatte mir eine Tarantino-Zwangspause verordnet (also nix mit
"Killi Billi"), weil mir die Ballerei und dergleichen, immer mit
einem unsichtbaren infantilen Grinsen serviert, zunehmend auf den
Wecker gingen.
In "Pulp Fiction" paßte diese Camp-Trash-Ballerei thematisch, und sie
paßte zur Zeit. Aber dannach ...

Und nun stelle ich im Kino fest, daß sich NICHTS verändert hat.
Man stelle sich den gesamten Film anders kostümiert, aber ansonsten
unverändert vor. Die Nazis sind beispielsweise Cowboys oder Römer (da
hätten wir auch gleich die Judenverfolgung mit im Sack).
Der Film würde nichts verlieren oder gewinnen.

Mich stört also nicht, daß das Thema der Judenverfolgung seines
Pathos entkleidet wurde. Sondern daß als Resultat dieser
"Entkleidung" erneut das austauschbare Tarantinosche Kasperletheater
zu besichtigen war.

Leb wohl Quentin. Ich hoffe, wir treffen uns nicht in der
Tarantino-Hölle wieder. Das wäre für mich die Höchststrafe.

MfG
Rothhaus

P.S.
Christoph Waltz war selbstverständlich großartig.
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