Avatar von sadi
  • sadi

118 Beiträge seit 10.04.2003

Europäische Ebene ... ?

Also entweder wird hier polemisiert oder es schreit vor Inkompetenz,
oder wie sonst lässt sich folgende Aussage interpretieren:
"Gibt es nicht auch konkurrierende Think Tanks oder Stiftungen auf
europäischer Ebene?

  Frank Böckelmann: Sicher. Da gibt es beispielsweise die
Siemens-Stiftung und die Stiftungen großer Banken und Sparkassen.
Aber keine dieser Stiftungen finanziert sich durch einen
Medienkonzern. Deshalb stellt Bertelsmann - als größte europäische
Stiftung - einen brisanten Sonderfall dar. Die Politiker, die hier
eingebunden werden, haben der Bertelsmann Stiftung viel zu verdanken,
nicht nur die Gelegenheit zum unverfänglichen Informationsaustausch
und zur unverfänglichen Vorabsprache. Die Auftritte in den
Bertelsmann-Foren verbessern auch das persönliche Image. Und die
Projekte der Stiftung liefern politische Legitimation."

Haben wir hier vielleicht einen italienischen
Medienmacher/Staatspräsidenten vergessen, der für den Umbau seiner
eigenen Villa schon mal ein paar Gesetze ändern lässt ? Oder haben
wir nicht letztens noch eine Fernsehdiskussion über Finanzierung von
öffentlich rechtlichen Fernsehen bei einem Saban Sender gehabt.
Wahrscheinlich sind auch andere Mediengrössen (Murdoch,...) eher
unpolitisch. Und gab es in Deutschland nicht mal Diskussionen um die
Beraterhonorare eines Herrn Kirch. Aber auch so kleine Grössen wie
der Spiegel, richten manchmal ihre Veröffentlichungen nach
Wahlterminen aus.

Medien machen Politik ! Nicht nur Bertelsmann, die machen das nur
vielleicht etwas geschickter als andere.

und wer ist schuld an Hartz IV und Gesundheitsreform ? Bertelsmann,
genau ! Wahrscheinlich sind die auch schuld an Toll-collect, bestimmt
haben einige Mitarbeiter mal RTL gesehen und eine Gehirnwäsche
erhalten.
Die Forderung nach einem stärkeren Wirtschaftlichkeitsdenken in
Politik und Verwaltung ist mehr als gerechtfertigt, wenn man sich die
Berichte des Steuerzahlerbundes und des Bundesrechnungshofes mal
ansieht. Das hier manche Forderungen von Lobbyisten vielleicht zu
weit gehen dürfte klar sein - das geht aber in beide Richtungen. Und
wie so häufig gilt hier der Grundsatz, das Maximum fordern, um das
Minimum zu erreichen. Schliesslich ist Politik die Kunst des
Möglichen. Das wir in Deutschland Reformbedarf haben ist klar, und
mir ist eine Reform der Verwaltungen in Richtung besserer
Effektivität beim einsatz der Steuergelder allemahl lieber als eine
weitere Praxisgebühr.

Für mich ist dieser Artikel "linke" Polemik, die Bertelsmann als
Vehikel nutzt. Die (Reform-)Ziele der deutschen Politik werden
kritisiert, in dem man einen Lobbyisten difamiert. Die Wahl der
Mittel ist sicher zweifelhaft, aber die werden auch von der
Gegenseite genutzt.

Last, but not least. Bertelsmann ist ein Unternehmen und es ist für
ein solches Unternehmen durchas legitim ins Ausland zu expandieren,
oder unrentable Bereiche umzustrukturieren, bzw. zu verkaufen. Wir
leben nun mal in einer Marktwirschaft, die Erfolge der Planwirtschaft
haben wir ja am Beispiel der DDR gesehen.

... und ich bin nicht direkt oder indirekt bei Bertelsmann
beschäftigt.


Bewerten
- +