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  • freudhammer

664 Beiträge seit 14.12.2014

Organtransplantation ist nur eine Seite des Geschäfts

Sobald etwas zum Gewerbe wird, verliert es seine Seele, seine Moral. Die Medizin ist dafür wohl das beste Beispiel, seit aus ihr eine Branche wurde, besser Branchen wurden, geht es in erster Linie ums Geldverdienen, um die Amortisation der immer teueren Gerätschaften, um möglichst optimales Anzapfen der Krankenkassen, die auch wiederum aufs Engste mit dem Medizingewerbe verstrickt sind. Mit der Organfledderei hat sich eine gewaltige Einkommensquelle aufgetan, der Mensch, vom Kapitalismus schon lange zur Ware und zur Arbeitskraft reduziert, wird nun auch noch zum Ersatzteillager und zum Schlachtfeld grausiger und pietätloser Metzgereien.
Ich hatte mein Berufsleben lang mit Ärzten zu tun und ich habe tatsächlich einige sehr bescheidene und menschenfreundliche Exemplare kennengelernt. Die Allermeisten aber waren das Gegenteil davon, im Grunde nur Krankenkärtchensammler, die ihr „Krankenmaterial“ in der Branche herumreichen, bis jeder sich einen Batzen krallen konnte, noch schlimmer: medizinisch inkompetente, abgerichtete Affen der Pharmaindustrie. Wer als Kassenpatient ihre Rechnungen von Privatpatienten, ihre Liquidationen, (erinnerte mich immer an Liquidierungen) zu Gesicht bekommt, der muss mehrmals hinsehen, bis er das Gelesene glauben kann. Ganz offensichtlich werden vom Computer als Textbausteine abgepackte Arbeitsleistungen aufgelistet, die nie erbracht wurden, aber erbracht werden hätten können und als verrechnungsfähig von den Kassen akzeptiert werden. Und am Ende multipliziert mit dem 2 oder 3 fachen Abrechnungssatz, was nichts weniger als betrügerisches Abmelken der Beitragszahler ist, was bei Privatpatienten meist gleichbedeutend mit dem Steuerzahler ist.
Wir haben es bei uns oder Nahestehenden oft genug erlebt, dass das Medizingewerbe und der von ihm installierte Apparat in Form von Krankenhäusern und Rettungsdiensten nicht nur nicht perfekt ist. Da werden Verletzte von Diensten in Rennfahrermanier in die Klinik gebracht, da es „auf jede Sekunde ankommt“. Dann liegt man 7 Stunden herum, bis man auf dem OP-Tisch landet (selber leidvoll erlebt), denn Kliniken sammeln Patienten auf Vorrat, den sie dann abarbeiten... Wenn man dann im Apparat angekommen ist, ergeht es einem etwa wie Charlie Chaplin in „Modern Times“, man wird durch die Maschinerie gezogen. Hier Beispiele auszubreiten ist nicht der Platz. Nicht umsonst gibt es keine soziale Gruppe die sich weniger operieren lässt als Ärzte und ihre Angehörigen.
Und der vielleicht eklatanteste Widerspruch zwischen der Botschaft die Organmetzgerei aus reinem Hilfestreben zu betreiben und der Wirklichkeit, die wohl besagt, dass die Hälfte allen Umsatzes im allerletzten Lebensabschnitt generiert wird, ist die geradezu menschenverachtende Weigerung auf von Patienten gewünschte Sterbehilfe. Nein, das Leiden muss verlängert werden, nur so kann verdient werden! Wie selber in mehreren Fällen in jüngster Zeit hautnah erlebt, wird die Rettungsmaschinerie zum Folterwerkzeug. Da kümmert sich niemand um Patientenverfügungen, es wird gerettet und wiederbelebt was das Zeug hält, da werden Rippen bei Herzmassagen gebrochen, die dem Wiederbelebten das restliche Leben zur Höllenqual machen, da müssen Todkranke mehrmals sterben, weil ihre Sterbeprozesse gewaltsam unterbrochen werden. Ja, selbst die bislang, als über jeden Zweifel erhabenen eingestuften Bluttransfusionen, geraten ins Zwielicht, wenn sie bei Greisen zur Verlängerung ihrer Qualen missbraucht werden. Ich wusste zuvor auch nicht, dass auch Fremdblut für den Empfänger einer Organtransplantation gleichkommt und den Geschwächten nicht nur hilfreiche Blutkörperchen bringen, sondern einen Mix an körperfremden Stoffen, die die geschwächte Konstitution der Empfänger vor schier unlösbare „Integrationsaufgaben“ stellt, das heißt seine Abwehrkräfte überfordert. Erst recht, wenn die Übertragungen wie die normale Medikamentengabe daherkommen und nur der Sterbeverlängerung dienen.
Aber Schluss hier. Unser Umgang mit dem Tod ist für einige ein lukratives Geschäft und die Organfledderei ist ihr blutiges Sahnehäupchen.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (18.02.2019 10:01).

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