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  • Harry Boeck

mehr als 1000 Beiträge seit 14.03.2000

Gedanke zur Angemessenheit der Aktionsform...

Wenn es um private (darauf kommt es vor allem an) Unternehmen mit
vielen Angestellten, die auf Führungsentscheidungen des Unternehmens
wenig Einfluß haben, geht, DANN halte ich Streik für eine zweckmäßige
Methode, ein demokratisches Gegengewicht gegen die private und
undemokratische Unternehmensleitung zu bilden.

Ansonsten allerdings sehe ich kaum einen Sinn.

Weil jemand da sein muß, GEGEN DEN die Streikenden mit ihrem Streik
eine Wirkung erzielen. Und DIESER JEMAND muß eben eine Führungsebene
sein, die eben für irgendwelche Mißstände, die von den Streikenden
beseitigt werden möchten, VERANTWORTLICH ist.

Geht die Wirkung hauptsächlich dagegen an unabhängige Dritte (oder
gar unmittelbar auf die Streikenden zurück), sieht sowas dumm aus.

Schon ein Streik gegen ein staatliches Unternehmen kann mächtig ins
Auge gehen. Weil fast nur die normale Bevölkerung zu leiden hat, aber
kaum einer im Aufsichtsrat (oder sonstigen Leitungsgremium). Es sei
denn, der Staat hätte das Recht, letzteren frei zu bestimmen bzw.
abzusetzen.

Bei dem Bildungsstreik würde mich vor allem interessieren, GEGEN WEN
sich die Aktion richtet (offenbar gegen die Regierung - sowohl die
Bundes- als auch die Landesregierungen) und WIE DIESEM Gegner damit
geschadet werden soll (das kann ich bisher noch nicht erkennen).

Wenn wir bei den Tatsachen bleiben wollen, kann man das also kaum
"Streik" nennen. Es ist wohl eher eine länger anhaltende "Demo".

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