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  • bonsaipilot

mehr als 1000 Beiträge seit 03.07.2001

Cui bono?

Historisch gesehen haben Länder mit einem breiten gebildeten
Mittelstand und deren Creme, die wissenschaftliche "Intelligenz", das
größte Potential für stabile, politisch und wirtschaftlich
prosperierende Verhältnisse. Wer sollte also ein Interesse daran
haben, diese Schicht zu beseitigen? Die USA wohl kaum, auch Israel
nicht. Beide hätten mit einem verarmten, unruhigen Irak, der sich nur
mit drakonischen Repressionen einigermaßen kontrollieren ließe,
nichts als Scherereien. Auch wirtschaftlich macht eine reine
Ausbeutung z.B. des Öls keinen Sinn. Es ist auf Dauer einträglicher,
wenn die Irakis das Geld für ihr Öl bekommen und dann dafür Waren (in
USA) einkaufen, als wenn zig Millionen Menschen ohne jede Kaufkraft
dahinvegetieren.

Nutzen bringt diese Liquidierungsstrategie nur den Religiösen. Denn
nur für diese sind ein gebildeter Mittelstand und Intellektuelle, die
sich nicht unter eine mittelaterliche klerikale Herrschaft beugen
wollen, eine Gefahr. Für die Propaganda kommt es natürlich gelegen,
daß diese Leute politisch den Amerikanern näher stehen als den
Mullahs. So kann man sie problemlos als Kollaborateure brandmarken.
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