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  • whakatu

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Nicht mal die Weihnacht ist heilig

Realsatire pur dank SPON
Berlin - Wirkt sich die politische Debatte um die islamfeindliche
Pegida-Bewegung auf das Weihnachtsfest von Millionen deutscher
Christen aus? Politiker regen an, zum Zeichen der Solidarität mit
Muslimen in Weihnachtsgottesdiensten ein Lied aus dem Islam zu
singen: "Wir brauchen Verständnis, Achtung und Toleranz", sagte der
baden-württembergische SPD-Abgeordnete Thomas Funk der "Bild"-Zeitung
- dies ließe sich "mit einem Lied befördern".

In die Debatte eingebracht hatte die Idee der Bundestagsabgeordnete
Omid Nouripour: "Es wäre ein tolles Zeichen des friedlichen
Zusammenlebens der Religionen, wenn in der Kirche ein islamisches
Lied gesungen würde und in der Moschee ein Weihnachtslied", sagte der
Grünen-Politiker dem Blatt.

Einen konkreten Vorschlag für ein solches Lied machte der Vorsitzende
des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek: In Gottesdiensten könne
das Lied "Tala'a al-badru alayna" ("Heller Mondschein leuchtet") von
Cat Stevens gesungen werden. Der berühmte Sänger ist konvertiert und
nennt sich inzwischen Yusuf Islam. "Das wäre ein wunderbares Zeichen
des Friedens und der Anteilnahme", sagte Mazyek.

Der Vorschlag richtet sich gegen die harsche Kritik an einer
angeblichen Islamisierung Deutschlands, gegen die das Protestbündnis
Pegida ("Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des
Abendlandes") seit Wochen auf die Straße geht. Zuletzt hatte bereits
der Zentralrat der Juden die Muslime in Deutschland vor einem
Generalverdacht in Schutz genommen: Die Angst vor islamistischem
Terror werde "instrumentalisiert", um eine ganze Religion zu
verunglimpfen, sagte der Zentralratsvorsitzende Josef Schuster der
"Welt".

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