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  • Mathematiker

mehr als 1000 Beiträge seit 22.02.2014

Wenn der Opa vom Krieg erzählt...

O Mann, der Text haut ja Mal wieder richtig rein.

Sowjet von Seattle mit Arbeiterräten von Amazon und Co

Um das Kind einmal beim Namen zu nennen:
Die Leutchen haben nicht Amazon und Co besetzt. Die Leute arbeiten dort auch garnicht.
Die Capitol Hill Autonomous Zone ist ein Block der größtenteils aus einem Park und ein paar Restaurants besteht, die wahrscheinlich sowieso geschlossen haben, und einer aktiven LBGT-Szene. Es besteht eine an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit, dass die Schnittmenge zu Amazon und Co leer ist.
Die Leutchen, die Seattle das Geld verdienen, können mit diesen Spinnern nichts anfangen.

Vielleicht könnte die Situation mit der Situation rund um die Hafenstraße Ende 1987 verglichen werden, die als Barrikadentage in die Geschichte eingegangen sind. Unterstützer der Hafenstraßenbewohner errichteten die Absperrungen, um eine drohende Räumung der Häuser zu verhindern. So entstanden in dem kleinen Kiez für einige Tage eine polizeifreie Zone, in der auch ältere Nachbarn auf der Straße Klavier spielten. Wie immer in solchen Ausnahmesituationen schienen der menschlichen Phantasie plötzlich keine Grenzen mehr gesetzt. Wer sich Videos von der polizeifreien Zone in Seattle anschaut, sieht hier ähnliche Szenen.

Und die Schalmeien spielen wieder. Beim letzten G20-Gipfel hatten doch gerade die Antifanten die Geschäfte und Häuser, der ihnen eigentlich wohlgesonnen Szene verwüstet. Die hatten wohl einfach einen schlechten Tag.

So sah Karl Marx in seiner posthumen Analyse der Pariser Kommune das größte Manko darin, dass die französische Bank nicht angetastet wurden. So könnte man auch fragen, warum nicht das Amazon-Hauptquartier und die Zentralen anderer Techkonzerne besetzt wurden, die in Seattle und Umgebung ihren Sitz haben.

Klar. Damals, als noch die Dinosaurier über die Steppe tobten. Der Marx ist schon lange tot und hatte eine Pariser Kommune analysiert, von der es kaum noch eine Vorstellung oder gesicherte Informationen gibt. Warum nicht einfach einmal in die jüngere Geschichte gehen, von der es massig Informationen und Zeitzeugen gibt?
Na, weil das Ergebnis unbequem wäre. Da gräbt man lieber wieder über 100-Jahre alten Schrott aus und tut so, als hätte es die Zwischenzeit nie gegeben.
Die Spinner in Seattle schaffen es gerade einmal ihren Block zu halten und das nur, weil die Vögel dort sowieso niemanden interessieren. Die haben keinen Rückhalt bei den Werktätigen und würden sogar von diesen auf die Straße gesetzt.
Wie auch die 68'er bei den damaligen Werktätigen im Westen. Die Spinnereien vielen auch alle auf taube Ohren. Und die 68 waren ja wenigstens noch eine Massenbewegung.

Doch bei der berechtigten Zurückweisung rechter Mythen lässt der Autor außer Acht, dass Afroamerikaner damals nicht zu dumm waren, gemeinsam mit organisierten Kommunisten und linken Gewerkschaftern gegen Rassismus zu kämpfen.

Damals kämpften die gegen Rassimus und heute kämpfen sie für Rassismus.
Um das Kind einmal beim Namen zu nennen: Die meißten Strafttaten, insbesondere auch Mord und Totschlag, werden von Afroamerikanern an Afroamerikanern begangen.
Wenn die ihre Gemein- und Nachbarschaften selber in Ordnung halten würden, gäbe es das ganze Problem garnicht.

Niemand von den Leuten, selbst die Aktivisten, haben überhaupt keine Lust dort irgendeine Art von Sozialismus oder Sowiets einzuführen.
Selbst die Leute, die permanent davon schwafeln, sehen sich nie selbst beim Kohlenschaufeln, sondern immer als eine Art Arbeiterführer, der selbstverständlich nur die Früchte der Arbeit bekommt, ohne etwas wesentliches selber dafür zu tun.
Über diese Salonrevolutionäre hatte sich schon der alte Marx aufgeregt.

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