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  • redlope

194 Beiträge seit 18.03.2010

F*** die Meinungsmathematik!!!

Ich war da. Ich bin von Hause aus „links“, aber inzwischen sehe ich, dass das alte Lagerdenken nicht mehr funktioniert, ja, geradezu missbraucht wird, um den Widerstand zu ersticken und zu zerstäuben.

Bei der Demo ging es um den Erhalt des FRIEDENS.
Deshalb war ich da.
Das Publikum war, anders als es der Artikel sagt, gemischt. Ich sah auch eine Fahne der "Linken", aber auch einen Herrn, der optisch zumindest dem "rechten" Klischee entsprach. Ansonsten keine Partei- oder Clubfahnen. Allerdings einges an Russland/Deutschland-Fahnen. Sehr hübsch auch die vielen Friedenstauben, "Pace"-Fahnen und die Dame mit der "Bananenrepublik"-Flagge. Einige sprachen russisch und ein paar (aber nicht viele) Besucher mit dunklem Teint waren da.

Es haben gut 10 Redner gesprochen, die meisten davon keinesfalls „rechts“ – oder ist NATO/USA-Kritik inzwischen auch „rechts“? Dann sollte das Koordinatensystem dringend neu justiert werden! -- Echt genial - wenn das Establishment einfach alles, was es nicht mag, als „rechts“ bezeichnet - Supermethode, die Menschen, die in diesem Lande aus historischen Gründen meist nicht „rechts“ sein wollen, auf Linie zu bringen.
Wenn es morgen heißt, Schokoladeneis sei „rechts“ (weil braun), bestellen die sofort nur noch pinkes Erdbeereis!

Übrigens, ich war gar nicht restlos begeistert von der Veranstaltung!
Einige der Reden haben mir gar nicht gefallen. Einige waren einfach nur laut + wenig intelligent und der Herr mit dem französischen Akzent hat vor allem in seiner zweiten Ansprache ziemlich auf die " **** [etwas braunes]" gehauen.
"Si tacuisses", dachte ich da.
Ja, das hat mir nicht zugesagt.
Ich muss aber nicht jede Rede toll finden!
Ehrlich gesagt, wen interessieren diese Demo-Reden schon, wenn es nicht wirklich „große“ Reden sind, wie z.b. die von Drewermann vor Bellevue im Dezember? - Die man sich ruhig immer wieder anhören und auch nachlesen sollte?
Wir könnten uns auch schweigend versammeln. Für den FRIEDEN.

Aber ich will den gestrigen Rednern auch nicht unrecht tun. Einige waren sehr gut! - Und zwar diejenigen, deren Anliegen vor allem eines war: Der FRIEDEN.

Achso, Thema „Pegida“-Nähe: Islamhetze kam nicht vor. Eine Dame hielt sogar eine sehr gute Rede über den Zusammenhang zwischen Asyl und Waffenhandel – mit viel Verständnis für die Asylsuchenden und dem Apell an Deutschland, sich um diese zu kümmern.

Die Reden waren heterogen und man widersprach sich auch. Ist auch gut so.

Der stete Kampf um die "reine Lehre" nervt.
Viele „korrekt-Linke“ sind vor allem eins: FEIGE --- Sooo unglaublich schissig, mit den falschen Leuten auf der falschen Demo gewesen zu sein.
Pfui, als ob dann was hängen bleibt. Puh, hab ich jetzt ein komisches Bärtchen, weil ich auf derselben Demo wie Elsässer war? Um Gotttes Willlen!!!

Ich weiß schon, bei welchen Themen ich welchen Standpunkt habe, und wo ich dabei mit wem d’accord gehe. Ich habe genug Selbstvertrauen, um mein Urteilsvermögen nicht an andere abzugeben, weder an Rädelsführer noch an Schubladenbefüller.
Wenn ich für A bin, aber ein paar Unsympathen auch für A sind, oops, muss ich dann für B sein, auch wenn ich B doof finde? Ein Fall für die „Meinungsmathematik“!

Mich nervt dieses Lager- und Schubladendenken nur noch.
Wir zanken uns, welche Volksfront die richtige ist, während die Welt in Trümmer geht. Es wäre zum Lachen, wenn es nicht so traurig wär.
Absicht? Etwas Besseres kann der Regierung doch nicht passieren.
Dem "korrekten" Teil der Linken reicht es inzwischen, sich gegen alles, was irgendwie ein wenig „rechts“ riecht, zu echauffieren, anstatt sich um die echten Probleme zu kümmern. Die organisieren lieber „Nopegida“ anstatt für den FRIEDEN und die Kriegstreiberei auf die Straße zu gehen.
Sogar "Lügenpresse" darf man nicht mehr sagen, weil das die N**** schon taten. Dumm, dass das Wort viel älter ist. Und passen tut es trotzdem.

Ein Redner sagte gestern etwas sehr Richtiges (sinngemäß, genauen Wortlaut vergessen): „Wir wollen hier keine Beschlüssen fassen und keine Partei gründen, sondern wir sind hier, weil wir gegen den Kriegskurs der Medien und Politik aufstehen wollen.“

Und wisst Ihr, wenn es um dieses Ziel geht, ist es mir, egal, wer mit mir aufsteht. Ich glaube, ein großer Teil dieser Salon- und Rechnerkommunisten hat noch nicht gemerkt, was die Stunde geschlagen hat! Nehmt mal den Finger aus dem Ar*** und stellt eine eigene Friedensdemo auf die Beine! Da bin ich dann auch dabei, garantiert!

Wenn die Kriegsgefahr gebannt ist, dann können wir anfangen, uns wegen all der anderen Dinge, bei denen wir gar nicht einig sind, den Schädel einzuschlagen.
Der Frieden ist viel zu wichtig! Und momentan leider sehr in Gefahr.

Ja, und jetzt alle zusammen: Queeeerfroont! Queeeerfroonnnnt!!!
Ist schon schön, wenn man mit gutem Gewissen stirbt, wenn die Bombe fällt.
Aber Hauptsache, nicht mit den falschen demonstriert.

..............

[Wenn es "ernst" werden sollte mit der Revolution im Lande, dann, fürchte ich, können wir sowieso sicher sein, dass keiner von "uns" an die Regler kommen wird. Weder ich , noch die Korrektlinken, noch die "Rechten". Das zeigt der Maidan in der Ukraine. lol.]

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (01.03.2015 23:59).

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