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  • jolu65

mehr als 1000 Beiträge seit 20.07.2015

Selten einen solchen Unsinn gelesen.

Auf einmal sind also Menschen, die sich eindeutig und ganz
unzweifelhaft auf eine Religion berufen, gar keine richtigen Moslems
senso strictu, sondern bedienen sich nur mit Versatzstücken aus dem
Koran, also sind allenfalls im weiteren Sinne Mitglieder ihrer
Religionsgemeinschaft. Wahrscheinlich entgeht die Autorin nur deshalb
einer Fatwa, weil deren Darstellung der Situation so wirr ist, dass
es sich nicht lohnt eine solche auszusprechen.
Da werden auch immer wieder pseudowissenschaftliche Deutungsversuche
unternommen, um Salafisten in die Nähe psychisch Kranker zu rücken
Dies kann sogar in Einzelfällen nicht von der Hand zu weisen sein, so
wie der Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß auch, wenn man seine
Biografie kennt, als fast psychopathische Rohling erscheint. Genauso
wird es zur Tatbegehung besonders grausamer Rituale sicher
abgestumpfter sadistischer Mordgesellen bedürfen, die es beim IS
gibt, aber auch bei anderen Armee -auch regulären. Damit kann das
Phänomen des IS nicht im Ansatz erklärt werden, genauso wenig, wie
der Nationalsozialismus mit der Person eines KZ-Kommandanten.
Jedoch sind die Führungskader des IS sicherlich keine geisteskranken
Irren, sondern strategisch und taktisch denkende Machtmenschen, die
imperialen Ideen folgen. Und dabei berufen sie sich eben auf den
Koran. Es ist ja auch keineswegs so, dass alle Moslems sich mit
Schaudern abwenden, sondern dem IS in irgendeiner, sei es auch nur
moralischen , Form unterstützen. Denn ansonsten wäre der Spuk eines
aus wenigen tausend Kämpfern ohne grundlegende militärische
Ausbildung bestehenden Miliz schnell vorüber. Wie man jedoch
allenthalben sieht ist es nicht so !
Es gibt schon eine sehr breite Unterstützung von radikalen Moslems
auch in gemäßigteren Gesellschaften, vielleicht nicht so sehr und
auch nicht so offen in Mitteleuropa und vielleicht nicht in dem
Ausmaß, dass die überwiegende Mehrzahl von Muslimen solcherlei
Vorgehen gutheißt oder auch nur toleriert, aber doch immerhin auch
nicht aktiv dagegen vorgeht.
Es reichen keine Lippenbekenntnisse zur Distanzierung, sondern es ist
ein aktives Handeln einer Religionsgemeinschaft- jetzt nicht nur auf
Deutschland bezogen- sondern allgemeiner Art notwendig, um
glaubwürdig darzustellen, dass der IS mit seinen Protagonisten eben
das nicht sind, was die Autorin auch so gern in einer Art
Wunschdenken darstellt:
Moslems, die ein gottgefälliges Leben führen oder zumindest führen
wollen.

Solange aber ein aktives Handeln fehlt, um solche Personen aus dem
Kreis der Muslime auszuschließen, solange muss angenommen, dass deren
Taten zumindest mit der Billigung religiöser Autoritäten geschieht,
wenn nicht nicht gar mit deren Unterstützung.
Ein anderer Schluss ist doch überhaupt nicht möglich, sondern
verdeutlicht nur ein weiter um sich greifendes apologetisches fast
schon verzweifeltes Wunschdenken !


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