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  • freudhammer

681 Beiträge seit 14.12.2014

Antiquiertheit des Menschen

Wir verzweifeln oft daran, dass immer neue Massenvernichtungswaffen entwickelt werden, das Militär, auch ohne, dass es die Höllenmaschinen einsetzt, der größte Umweltzerstörer des Planeten ist und fragen uns, wie denkende Menschen so etwas überhaupt tun können. Der österreichische Philosoph Günther Anders hatte dafür folgenden Erklärungsversuch: „Schmutz geteilt durch Tausend ist sauber“, was spontan einleuchtet, auch wenn es das Dilemma nicht löst. Anders erklärte es sinngemäß so (ich erinnere mich nur noch an seine Aussage, nicht an seine Beispiele): Eine Atombombe oder ein KZ bestehen aus unzähligen Komponenten und Handgriffen, von denen jedes für sich „sauber“ ist. Vom Maurer, der Ziegel aufeinanderschichtet bis zu dem Dreher, der irgendeine Welle fertigt, von dem Kapitän, der nur das Schiff steuert, von dem Lehrer, der eine Zahlenreihe vermittelt, dem Bürokraten, der brav nach einem Paragrafen handelt, von dem Drucker der eine Lüge druckt, von dem braven Journalisten, der das schreibt, was man von ihm erwartet, von dem Soldaten, der seinen Oberen gehorcht, bis zu dem Elektroniker, der ein Relais fertigt, das in eine Bombe eingebaut wird – alles anständige Menschen, anständige Produkte oder Dienstleistungen. Doch ihre Produkte zusammengefügt ergeben irgendeine Schrecklichkeit.
Und dann kommen die mächtigen Gierschlunde ins Spiel, die nie genug kriegen und ihre Pfründe zu sichern und erweitern suchen. Sie lassen die sauberen Teile zu einem schlimmen Ganzen zusammenfügen und setzen sie zu ihrem echten und vermeintlichen Vorteil ein. Und dieser Vorteil war noch nie zum Vorteil der Völker. Am Ende fließt Blut, sterben die Ozeane und wir verlieren, was Generationen vor uns mühsam geschaffen und was sie für ihre Kinder erhofft haben.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (22.01.2019 22:41).

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