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  • Artur_B

mehr als 1000 Beiträge seit 09.09.2004

Trivialerweise

muss hier etwas Selbsverständliches klargestellt werden: in einer
Demokratie ist das gesprochene Wort das Mittel der öffentlichen
Auseinandersetzung. Wer das bessere Argument hat, gewinnt, wer das
schlechtere hat, zieht den Kürzeren. Persönliche Diffamierung ist
das, was beim Fußball das Foul und das Elfmeterschinden ist: eine
Regelverletzung, die der Schiedsrichter (also das Wahlvolk) zügig mit
gelben und roten Karten ahnden sollte. Die Person ist uninteressant,
alles was unter der Strafrechtsschwelle sich befindet, hat nicht zu
interessieren. 

Wozu es führt, wenn das persönliche Diffamieren zum üblichen Mittel
der Auseinandersetzung geworden ist, kann man in den USA sehen:
kleine und kleinste Verfehlungen des Gegners werden sofort zum
Wahlkampfthema und wenn die Schlsammschlacht erst im Gange ist, gibt
es keine Rückkehr. Die Oberen indes werden mit Moral verschont, ihre
Verfehlungen kommen nicht zur Sprache. Dick Cheney beispielsweise hat
im Suff einen befreundeten Anwalt über den Haufen geschossen und
passiert ist - nichts.

Etwas anderes ist der Ton in der Arbeitswelt. Des Deutschen Beruf und
Berufung ist der Schmied und der nun hat auch die Kommunikation in
der Arbeitswelt geprägt. Wenn dem Gegenüber gesagt werden soll, er
könne sich seine qualitativ minderwertigen Tiefziehteile in den
Hintern stecken und soll gefälligst brauchbare abliefern, ist diese
Mitteilung im Deutschen weitgehend formfrei möglich. Ganz anders bei
Asiaten und auch Amerikanern, bei denen man gewaltige Kurven fliegen
muss, um sie nicht das Gesicht verlieren zu lassen. Dazu nun hat der
Deutsche überhaupt keine Lust und er wird nicht einsehen, warum eine
in Jahunderten bewährte Kurzform nun plötzlich aufgegeben werden
soll.

Zurück jedoch zur Politik: diese Knalltüte von Rainer Wendt ist ja
wohl das Allerletzte. Seine Polizisten werden von Jahr zu Jahr weiter
dezimiert und ihre Ausrüstung ruft bei den Ganoven des Landes nur
noch schenkelklopfende Lachanfälle aus. Da nun lässt er sich von
Schäuble ködern und glaubt, mit einem BKA-Gesetz werde es besser.
Lächerlich. Und dann auch noch einen Burkhard Hirsch beleidigen, dem
wir inzwischen einen Gutteil der Rechte, die wir noch haben,
verdanken, ist ja wohl wirklich das Letzte. 

Den Wendt also habe ich Knalltüte genannt, es ist aber argumentativ
begründet gewesen. Unter dieser Voraussetzung ist es erlaubt, das tut
der Debatte keinen Abbruch.

Gruß Artur


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