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  • marasek

mehr als 1000 Beiträge seit 16.11.2001

Intellektuelle Faulheit

Zu der Faulheit der Journalisten gehört auch die Faulheit der
Rezipienten. Das ist wie Systemgastronomie: der Gastronom will
schnell zubereiten, der Kunde schnell futtern.

Dazu kommt immer noch die quasi hündische Loyalität gegenüber
"seriösen" Medien. Nehmen wir mal den Saker: der schreibt eine Menge
Schrott, aber man kann ihn trotzdem lesen und sich das rauspicken,
was man für überzeugend hält. Aber nehmen wir nun mal an, dass ich
jemand Bürgerlich-Braves einen Artikel schicke - nach der ersten
Erwähnung von "Anglo-Zionistisches Imperium" ist da Schluss, da sind
Text und ich in einer Schublade.
Aber warum soll man nicht jemanden lesen können, der auch mal Unsinn
schreibt, und warum soll der nicht auch mal Recht haben? Dazu lese
ich einen Text durch, vergleiche ihn mit anderen Texten zu einem
Thema und schaue dann, was a. plausibel ist und b. bei wem ich eher
das Gefühl habe, dass er mir eine bestimmte Sichtweise aufdrücken
möchte.

Bei besonders treuen Gestalten gilt dann bereits die Endung .ru als
verseucht. Man will Die Wahrheit (TM) schön abgepackt und essfertig
serviert, am liebsten gefüttert bekommen. 

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