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Re: Eigener Garten

Spießbürger schrieb am 24. Februar 2014 08:21

> Selber Gemüse und Obst anbauen ist toll. Das macht wirklich Spaß und
> selber geerntetes schmeckt gleich doppelt lecker. Auch für Kinder ist
> es ein wirkliches Erlebnis.

Das ist eigentlich auch die (heutige) Intention eines eigenen Gartens
und es ist eine Freude zu sehen, daß gerade viele junge Familien die
Kleingärtnerei für sich entdecken. In den Anlagen wird es lauter,
bunter, vielfältiger, weniger spießig... schön :-)

> ABER Weltretten tut damit niemand. Auch Selbstversorgung ist Quatsch.

In Russland der 90er stammten über 40% aller Nahrungsmittel aus
Garten- und Datschengrundstücken, das ist schon erheblich. Auch in
der DDR trugen die Kleingärtner zur Nahrungssicherheit bei. 

Mein Gartenhaus wurde von 1945 - 1955 dauernd bewohnt, die Ernährung
wurde aus dem eigenen Garten (insbesondere in den ersten
Nachkriegsjahren) sichergestellt. Nebenher diente das Gartenhaus
1945-1949 auch als Bibliothek (der Keller war voller Bücher, welche
die Säuberung überlebt haben) und 2 Flüchtlinge haben sich im
selbigen Keller versteckt und das letzte Kriegsjahr überlebt...
So mancher Garten kann und wird noch viele interessante Geschichten
erzählen können.

> JA ich versorge mich selber mit Marmelade und zeitlich sehr begrenzt
> mit allem anderen. Aber an den gesamt Nahrungsmitteln macht der
> Garten vielleicht 5% aus. Wenn nicht sogar weniger.

Nahrungsmittel sind im Überfluss vorhanden und Selbstversorgung
"rechnet" sich nicht wirklich, weshalb Gärten und Kleingärten in
erster Linie der Erholung dienen. Soll auch so sein. Sollte es
notwendig werden, kann man ja immer noch den Rasen umbrechen und
Kartoffeln anbauen. Man staunt, wie viel Essbares auf wie wenig qm
Grund und Boden wächst.

In diesem Sinne,
Zonendödel

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