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  • Michael9

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Re: Nein

s0nne schrieb am 24. Februar 2014 15:59

> Unsere Probleme sind Versklavung, Vermüllung und Ressoucenraubbau,
> die unbarmherzig vorangetrieben werden, weil Kapitalismus nun mal auf
> Profitmaximierung unter rücksichtslosem Verschleiß der Grundlagen
> basiert. Mit der Kopfstärke der Menschheit hat das wenig bis gar
> nichts zu tun.

Viele der Probleme kommen von der Kopfstärke. Alle können
nicht 7x Fleisch die Woche essen, soviel Weideland haben
wir nicht.

Die Versklavung ist das Problem mangelnder politischer
Stabilität und auch mangelnder Bildung der politischen
Kasten, die Vermüllung ist ein Policy-Problem und die
der Ressourcenraubbau eher albern, weil uns das ganze
Sonnensystem zur Verfügung steht.

Und ja, wenn man sich kein iPhone 40 leisten kann weil
es keine Materialien für die Antenne gibt wird irgendwer
die Milliarden von Apple nehmen und Asteroiden anzapfen.
Wo war es bisher und so wird es immer sein. Deswegen
bohren wir bald in der Arktis und niemand wird das 
aufhalten. Da iPhone muss kommen.

Ohne Regeln und deren Durchsetzung funktioniert es nicht.
Der Kapitalismus erlaubt mir ja auch nicht für 1 Milliarde 
Euro alle Berliner Kinder zu vergiften. Wer nicht in der 
Lage ist Regeln aufzustellen oder geschweige für politische 
Mehrheiten zu sorgen die das tun, kann sich zwar mit 
Zeigefinder mundschäumend auf den Berg stellen, aber 
das ändert nichts.

Der Mensch hat schon extrem viele Probleme gelöst, wenn
er sie denn lösen muß. Am Ende landet man bei diesen 
Diskussionen immer bei der (aggressiv-neidgetriebenen)
Weltsozialhilfe bei 2000€ im Monat und imaginären
Teleportern und jeden Tag Rindfleisch vom Mars.

Wer sich wirklich damit beschäftigt, würde sich wundern
welche krassen Begrenzungen im Konsum im Westen 
bei "absoluter Fairness" notwendig wären. Hier würden
eher Kriege geführt als sowas zu akzeptieren. Das meinte
ich mit "ggf. Dezimiert man eben die Anzahl der Köpfe".

> > Es gibt viele Optionen. Lokales Anbauen von Obst ist eher
> > städtische Langeweile und Retro-Kult.
> Behauptest du. Mäßig überzeugend. 

Wenigstens habe ich ein Argument. Gegenkalkulation? 
Funktionierende Beispiele auf der Welt? Fehlanzeige.
Mehr als gutes Gefühl ist das nicht, außer man wandelt
ganze Parks in Gärten um.

Die Beispiel-Bilder mit den Anbauflächen in der Stadt 
zeigen weniger Material als was in zwei Minuten in der 
Früh bei der Markthalle jeder Großstadt vorbeirauscht.

> wie die Ozeane aussehen. Was für Mengen radioaktiven Mülls verteilt
> wurden. Wie viele Menschen im Elend krepieren.

Die Menschen krepieren auch ohne unsere Mithilfe, ganz einfach
weil der afrikanische Nachbar ihnen nichts gönnt, oder das
indische Kastensystem immer noch aktiv dabei ist die untersten
Kasten zu ignorieren oder weil die Wüstenvölker in Millionenstärke
praktisch Staatenlose sind, die seit Jahrhunderten geduldet werden,
aber um die sich jetzt niemand kümmern will.

Das dauert Generationen dies zu fixen. Und das alles ist nicht
unsere Schuld, ganz offensichtlich.

> > Wenn etwa eine Milliarde Menschen zusätzlich qualitativ
> > Essen wollen
> Das ist längst der Fall, aber wir lassen sie nicht.

Die Afrikaner haben eigene Demokratien:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaft_Afrikas#Landwirtschaft

Wenn sie sich nicht konsequent gegen die Weltwirtschaftslobby
wehren wollen, werden sie eben weiter ausgebeutet. Es gibt
keine universelle Moral. Es gibt das nur tun oder nicht tun.

Die globalen Regeln werden sich in den nächsten 50 Jahren
sowieso fundamental ändern:
http://en.wikipedia.org/wiki/Next_Eleven

Dann werden wir vielleicht bei denen betteln müssen.

> > und das Geld haben
> Ah, daher weht der Wind. 

Oder Land um selbst essen anzubauen.
Wenn eine Demokratie bestimmt ein 2000€ Bürgergeld einzuführen
sehe ich darin kein Problem: ich sehe nur kein Land dies 
auch tun. Du erzeugst eine Gegenposition die es nicht gibt.

Vielleicht sollte die internationale Forumsintelligenzia diesen
Ländern mal zu Hand gehen. Denn nach gefühlt 100 Krisen sollten
ja 100te von NGOs "den Plan" in der Hand halten.

Bis jetzt habe ich noch keinen gefunden der Glaubwürdig war
oder irgendwie eine _andere Art_ der Versklavung Inne hatte.

Wer den Humanismus verstanden hat, geht es um Anregung und
Kanalisieren der Facetten des Menschen. Bisher ist vieles
in falsche Kanäle gelaufen. Und nun muß man andere Kanäle
bauen. Nicht einfach nur Hassen, des Hasses willen. Ist
natürlich auch ein Schutz, weil man selbst keinen Plan hat.

Die Show haben beide Seiten sichtlich drauf.

> wir niemals Menschen verhungern lassen würden, weil wir etwa zu
> bequem wären, unsere Verhaltensweisen zu ändern.

Ja, deine anderen Mitmenschen sind genauso <Schimpfwort> 
wie du auch. Was ist daran neu? Der Mensch ändert sich 
nur wenn er muß, oder eine Einsicht stattgefunden hat
oder die Zeit für eine Idee gekommen ist.

> Nochmal: Die Nachfrage IST da. Sie schert uns bloß nicht.

Es gibt nach endlichen Waren immer eine unbefriedigte Nachfrage
bei einem gewissen Preispunkt. Ich würde auch gerne ein 
600€ Tablet bei Ebay für 99€ kaufen können. 

http://de.wikipedia.org/wiki/Weltern%C3%A4hrungsprogramm_der_Vereinte
n_Nationen#Hungernde_weltweit

Wir sind auf einem guten Weg. Aber vielleicht sollte die EU
sämtliche Subventionen in Afrika einstellen. Das wird auch
so lange gelabert und nichts getan.

> > Sobald die Nachfrage da ist, gibt es
> > plötzlich den Wandel ganz automatisch.
> Du träumst.

Die Nachfrage in den Ecken die Du meinst kann nicht befriedigt
werden weil die das Zeug lieber in alle Welt karren. Wenn das
nicht mehr funktioniert müssen sie es ihren eigenen Leuten
verkaufen, ganz kapitalistisch.

Der italienische Biobauer schiebt seine Äpfel und Tomaten nicht
an das Kap Horn Afrikas. Das wäre auch umwelttechnischer Quatsch.


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