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  • crumar

mehr als 1000 Beiträge seit 08.03.2007

Warum ich glaube, es ist an der Zeit, dass Florian Rötzer abtritt.

Rötzer ist ein männlicher Pro-Feminist und Genderist, der immer wieder ähnlich gelagerten Autoren und Autorinnen eine Plattform bietet, solche Ideologien unter das Volk zu tragen. Auch wenn diese Positionen aus sachlichen Gründen fortwährend und umfassend kritisiert, um nicht zu sagen verrissen worden sind.

Unvergessen der Artikel von Birgit Gärtner, "Jammernde Väter" von 2010, in dem in 854 Kommentaren zerpflückt worden ist.
https://www.heise.de/tp/features/Jammernde-Vaeter-3386481.html
Und zwar so sehr zerpflückt - auf der Grundlage des mangelnden Wahrheitsgehalts ihrer Aussagen - dass sie genötigt wurde, eine zweite Version zu schreiben, der es aber nicht besser erging.

Bis zum heutigen Zeitpunkt werden wir in umfassender Weise mit der Rötzerschen Version der weiblich-feministischen Ideologie der weiblichen Über- und der männlichen Unterlegenheit "beglückt".

Was Rötzer nicht begreift und begreifen will, es handelt sich bei dieser Ideologie um eine ganz normale bürgerliche Elite-Theorie, die eine Überlegenheit auf der Grundlage biologisch irreversibler Merkmale behauptet.
Der Feminismus ist lediglich angetreten, eine modernisierte Variante des gleichen bürgerlichen Rotzes zu formulieren.
Und dadurch dafür zu sorgen, dass man auf der Basis von irreversiblen biologischen Merkmalen, wie Geschlecht, Hautfarbe und sexueller Orientierung andere Menschen verachten, ausgrenzen und hassen darf.
Wichtig ist dabei: Ohne gesellschaftliche Sanktionen fürchten zu müssen.

Weil sich die Ausgrenzung, Verachtung und der Hass auf der Basis von irreversiblen biologischen Merkmalen, wie Geschlecht, Hautfarbe und sexueller Orientierung vollzogen wird, ist diese Ideologie ein knallharter Biologismus.
Wer in Rötzers Text einfach "Männer" durch "Ausländer", "Neger", "Juden" ersetzt wird verstehen, was ich meine. Übrigens immer ein astreiner Test auf gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit!

Die modernisierte Variante dieses biologistischen Rassismus und Sexismus richtet sich aktuell gegen den "weißen, heterosexuellen Mann", dem also auf der Basis von Geschlecht, Hautfarbe und sexueller Orientierung jede Empathie, jedes Menschenrecht abgesprochen wird. Womit ich sagen will, die Opfergruppen sind prinzipiell austauschbar, es geht der bürgerlichen Herrschaft nicht um den konkreten Fall, sondern
um die (modernisierte) Reproduktion der Ideologie selbst.

Probe aufs Exempel im Text, mit dem ich wie dargestellt verfahre: "Aber was ist daran so schlimm? Dass die Ausländer weniger zeugungsfähig werden und daher womöglich die Menschen aus heimischen Regionen mehr Nachkommen erzeugen können?"
Was stellen sich die Ausländer auch so an?!
Es muss ja ein männlicher Ausländer einfach nur keine Kinder wollen, um damit zufrieden zu sein, dass er auch keine bekommen kann.

Was sich Rötzer hingegen niemals und nie nicht getraut hätte, wäre die Formulierung dieses Satzes: "Aber was ist daran so schlimm? Dass die Frauen weniger gebärfähig werden?"
Denn selbstverständlich gilt das Recht auf sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung für Frauen in vollem Umfang.
Wenn die Reduzierung der Wahrscheinlichkeit um 50% schwanger zu werden sich beim weiblichen Geschlecht eingestellt hätte, gäbe es jetzt einen #aufschrei und Milliarden Euro Forschungsgelder zur Ursachenforschung wären vorhanden.

Hätte Rötzer in diesem Zusammenhang den Satz geäußert: "Die Reduktion der Reproduktion ließe sich als natürliches Gegenmittel verstehen, das gerade das Überleben der Menschen wahren könnte.", wäre er gegrillt und gevierteilt worden.
D.h. er kann sich diese wunderschön sachlich klingenden "evolutionären Überlegungen" nur leisten, weil er gegen Männer und speziell gegen weiße Männer austeilt.
Hätte er nicht formuliert, die "Zunahme von Hodenkrebs bei jungen Männern" müsse man im Kontext der Evolution sehen, sondern die "Zunahme von Brustkrebs bei jungen Frauen" sei aber nur in "evolutionärer Perspektive" zu betrachten sinnvoll, hätte er seine eigenen Eier frühstücken dürfen (vor grillen und vierteilen).

Was Rötzer also eigentlich sagen möchte ist: "Nicht nur solche Fragen müssten allerdings geklärt werden, sondern auch aus evolutionärer Perspektive müsste überlegt werden, ob es sich auch um eine Anpassung an veränderte Lebensbedingungen bzw. an den Wohlstand handeln könnte, aus welchen Gründen die Erhaltung der israelischen Bevölkerungsgröße notwendig wäre oder warum es zwingend wichtig ist, dass die Fruchtbarkeit künftiger Generationen in jüdischen Ländern wieder ansteigen soll."

Jedem Kritiker des Antisemitismus wäre umgehend klar, auf was eine solche Formulierung hinausläuft: Aus evolutionärer Perspektive (also quasi naturgesetzlich!) ist die Verringerung jüdischer Fortpflanzung demnach geradezu geboten!
Und jedem Kritiker wäre klar, dass dieser Bevölkerungsgruppe ein allmähliches Aussterben nicht nur gewünscht, sondern mit höheren Notwendigkeiten begründet (Evolution!!!) nahegelegt wird.

Der weiße, heterosexuelle Mann sollte nicht nur unfähig sein, sich zu reproduzieren, er sollte das auch selber wollen (sollen)!
(Mit "weißem Mann" sind Neger und Juden natürlich immer mitgemeint!)

Ich habe mich an die herrschende Doppelmoral - die in Deutschland seit der Beschneidungsdebatte sogar in Gesetze gepackt existiert - was Eingriffe in die männliche sexuelle Selbstbestimmung (und nur in diese) betrifft noch immer nicht gewöhnt. Und ich werde das auch nicht.
Aber was Herr Rötzer hier auspackt, hat die Grenze zum offen faschistoiden überschritten, das unterscheidet sich faktisch kein Deut von den Eugenikern des Dritten Reichs, die die Auslöschungsfantasien in materielle Gewalt übersetzen konnten.

Herr Rötzer, höchste Zeit abzutreten!

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