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  • freudhammer

mehr als 1000 Beiträge seit 14.12.2014

Ein paar Gedanken zu Schule und System

Die Schulpflicht hat ihre Wurzeln bei den Bedürfnissen des Miltärs diensttaugliche Rekruten zu bekommen, denn Kinderarbeit, Unterernährung und dumpfe Wohnverhältnisse hinterließen ihre Spuren und machten die ausgemergelten Burschen untauglich zum Marschieren und Parieren. Dann kamen die gestiegenen Anforderungen der Fabrikbesitzer, die zum Bedienen ihrer Maschinen gewisse Mindeskenntnisse brauchten, lesen und ein bisschen rechnen sollten die Arbeiter schon können.
Die Kirchen, die sich Jahrhunderte gegen die Bildung ihrer Schafe gewehrt hat, wurde vom Obrigkeitsstaat auch ins Bildungssystem mit einbezogen, um bis heute in 1000 Religionsstunden die Köpfe der Kinder ordentlich verwirren zu können und ihnen die Konsequenzen ihres Verhaltens einzutrichtern: Hosianasingen im Himmel, oder ewiges Heulen und Zähneklappern beim Gehörnten. Untertanenerziehung eben, Vorbereitung aufs Militär halt.

Und heute? Die Qualität der Gelernten in den Köpfen wurde seit Jahrzehnten abgesenkt, alle Lebenswirklichkeit herausgefiltert. Wir haben alle das Lamento der Meister von ihren Lehrlingen im Ohr, sie könnten weder richtig lesen noch schreiben, von Durchhaltevermögen gar nicht zu reden. Kein Wunder, man braucht sich nur die Lehrinhalte anzusehen, lebensferner Schrott, gemischt mit klugscheißerischem Blendwerk an allen Ecken und - Sprachverhunzung. Denglisch schon im Kindergarten, Entheimatung und globale Phrasen an allen Ecken - alles Identitätsstiftende ist, wie es scheint, mit der Wurzel auszurotten. Dazu pädagogische Fachidioten, die in ihren zwei Fächern Experten sind und man schon viel Glück haben muss, wenn sie auch noch ein wenig menschliche Qualitäten mitbringen und sich für ihre Schüler verantwortlich fühlen. Und nun auch noch Fernunterricht, vielleicht mit Kenntnisabfrage im Nahunterricht alle zwei Wochen, von Lehrern, die dann noch zwischen mehr Klassen herumschwirren müssen und denen das einzelne Menschlein nur zur Nummer werden kann. Vom hohen Ausländeranteil einmal ganz abgesehen, wie soll man jemandem sprachlich etwas vermitteln können, wenn er einen nicht versteht und man keine gemeinsamen Begrifflichkeiten hat? Wie das auch noch digital funktionieren kann, überfordert meine Phantasie. Über dieses Elend können nur weltfremde Träumer hinweggehen oder eiskalte Politokraten, wie unsere Physikerin mit Daueranspruch auf den Thron... Gab es vor ihr eigentlich schon einmal andere Kanzler? hat mich mein Enkel neulich gefragt. Mir fielen nur Cäsar und Karl der Große ein...

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Das Posting wurde vom Benutzer editiert (03.07.2020 15:49).

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