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  • Erexopia

mehr als 1000 Beiträge seit 01.10.2018

Falsche Grundannahme

Schutz für die Risikogruppe kann einzig und allein durch Herdenimmunität hergestellt werden.

Das ist leider falsch (auch wenn sich die Experten angeblich einig sind). Schutz kann auch durch konsequente Isolation (der Gefährdeten) hergestellt werden.

Das ist auch in einem Pflegeheim möglich, wenn auch deutlich schwieriger, da dort ein gewisser körperlicher Kontakt durch das Pflegepersonal überlebensnotwendig ist. Aber durch konsequente Ausstattung des Pflegepersonals mit (luftdichten) Hazmat Suits und eine Minimierung des Kontakts und evtl. den zusätzlichen Einsatz von Robotern ist auch hier die Vermeidung einer Ansteckung möglich.

Das ist nicht besonders schön für alle Beteiligten, aber möglich ist totale Isolation auch in Pflegeheimen.

Die eigentliche Frage, die man sich stellen muss, ist eine andere: In wie weit ist ein solches Leben überhaupt noch lebenswert? Es ist zwar nicht klar, wie die Antwort lautet, es ist aber glasklar, wer sie geben darf: Nur der Betroffene selbst, niemand sonst. Weder darf dem Betroffenen ein solches Leben aufgezwungen werden, noch darf es ihm verweigert werden (zumindest solange er oder jemand anders es bezahlen kann).

In der aktuellen Situation wird den Betroffenen diese Entscheidung verweigert. Das ist eine massive Vergewaltigung ihrer Menschenwürde, die früher mal von Artikel 1 GG geschützt war, der heute leider nicht mehr viel wert ist.

Es muss auch Pflegebedürftigen erlaubt sein, sich dafür zu entscheiden, Besuch zu empfangen, menschlich behandelt zu werden und das Risiko einer Infektion einzugehen.

Wirklich schwierig ist die Sache nur bei dementen Personen ohne Patientenverfügung, die diese Entscheidung nicht mehr selbst treffen können. Hier wäre es durchaus auch denkbar, einfach der Natur ihren Lauf zu lassen.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (23.04.2020 06:31).

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