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  • Artur_B

mehr als 1000 Beiträge seit 09.09.2004

Das Leben ist hart

Wie schwer und dornenreich ist doch das Daseine unserer Schlapphüte.
Unlösbare Aufgaben am laufenden Band. Zum Beispiel das hier: wo soll
man denn heute noch eine nicht hochgehenden Bombe platzieren, und
zwar so, dass sie auch gefunden wird? Der öffentliche Raum wird von
Ein-Euro-Kräften sauber gehalten, die das Ding wahrscheinlich gleich
in die Tonne werfen. Wenn zufällig einer hinein schaut und die Nägel
sieht, vertickt er sie bei Ebay. Der einzige Ort, an dem das Personal
noch Muse hat, ist eine Kirche. Dort wird jedes Ereignis als Teil der
Vorsehung aufgefasst und man wird sich also keinen Zwang antun und
den Inhalt untersuchen. Die Kirchen sind auch der einzige Ort, an dem
darauf noch Verlass ist. 

Natürlich dann neben dem Beichtstuhl. Ein echter Attentäter hätte sie
freilich in den Beichstuhl getan, denn dort, wo der arme Sünder
kniet, ist es stets stockfinster und es hat Hohlräume. Dort wäre sie
mit Sicherheit nicht gefunden worden. Aber das wollte man offenbar
nicht.

Auch an Pädagogik hat man es nicht fehlen lassen: eine Kirche -
abscheulich. Als Vorbild hat sich der angebliche Anarchist
ausgerechnet den größten Dummkopf und Unsympathen der Bewegung
ausgesucht. Das Volk soll in Abscheu sich schütteln.

Und dann schickt dieser Terrorist ein Bekennerschreiben herum, obwohl
die Bombe garnicht hoch gegangen ist. 

Werte Schlapphüte, wir wissen zwar, wie schwer ihr es habt und
wieviel Denkerschweiß diese Aktion gekostet hat. Trotzdem - die
Inszenierung muss besser werden. Ihr seid teuer und dafür will man
dann deutlich mehr sehen.


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