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Orientierungslosigkeit und Selbstsuche

In einer narzisstischen Normopathie, wo es wichtig ist, entweder der größte, reichste, potenteste und begehrteste Winner (Narzisst/Größenselbst) oder zumindest ein an Größe teilhabender Looser (Co-Narzisst / Größenklein zu sein, wird auch Sexualität zur Droge / Kompensation der eigenen "Schwächen".

Narzissten/Ko-Narzissten haben ein großes Problem: Empathiemangel der sie Beziehungs-unfähig macht. Die Gesellschaft lehnt Gefühlsausdruck (echter Gefühle / Mitgefühl) ab, man hat tough zu sein und muß sein "Ding" machen - auch sexuell.

So werden "große Gefühle" via Medien rezipiert oder inszeniert, Selbstdarstellung aus Hunger nach Anerkennung, Bestätigung, Status mit Suchtcharakter. Es wird viel herum probiert etwas zu sein bzw. darzustellen ohne jemals wirklich zu sein, denn eine echte Beziehungskultur ist auf dem Markt der Scheinbeziehungen und "Selbstsucht" verloren gegangen. Das Problem beginnt schon mit der Prägung in den ersten drei Lebensjahren.

Ehrgeizige Eltern haben entweder "wichtigere Aufgaben" zu tun, als sich um ihre Kinder zu kümmern (Muttermangel, Vaterflucht) oder "erziehen" sie, indem sie deren Leben komplett durchplanen, sie konditionieren oder manipulieren sie gemäß ihrer Glaubens-Doktrin / Ideologie ohne irgend eine wirklich freie Entwicklung durch eine empathische Eltern/Kind-Beziehing zu erlauben.

Die Kinder müssen ja später in einer Leistungsgesellschaft leben und gute "Performer" sein. "Liebe" (oder materielle Belohnung) nur gegen "brav sein" oder erbrachte Leistungen, die auch die Eltern gut dastehen lassen. Wenn Kinder großes Pech haben, werden sie von den Eltern gar als Belastung oder einem Partner als "Rivale" wahrgenommen oder mißbraucht (Mutterbedrohung, Mutterbesetzung, Vaterterror, Vatermißbrauch).

Wer das als Kind "überleben" will, muß Teile seines Selbst abspalten, insbesondere Emotionen bzw. Empathie (strukturelle Dissoziation). Die dabei entstehende psychische Trümmerlandschaft aus zerbrochenen Anteilen wird dann in vielen gesellschaftlichen Rollen "ausgelebt" und ist nur mit viel Ablenkung (von sich selbst) erträglich - aber dafür gibt es ja Medien, Drogen, Sexualität, Peers und Likes.

"queer" ist nur ein neues Modewort für verlorene Ich-Anteile in einem zerbrochenem Selbst, die orientierungslos immer was neues ausprobieren müssen aber nicht mehr Liebes- oder beziehungsfähig sind, bis sie all ihre verlorenen Anteile gefunden und reintegriert haben. Die Prägung aber bleibt Kern des Selbst und erfordert weiterhin Kompensation, Projektion und Ablenkung; die Gesellschaft wiederum stellt oft widersprüchliche Anforderungen an eine Vielzahl von Rollen mit einer zunehmender Dynamik, denen immer mehr Menschen nicht gewachsen sind.

Die sind dann psychisch krank, laufen Amok, radikalisieren sich, erfahren Burnouts, bringen sich um und sind "bedauerliche Einzelfälle", welche die Gesellschaft nicht verstehen kann und sie ausgrenzt, weil man sie nicht brauchen kann. Manche werden aber auch vorübergehend Mode - so die verqueerten, denen ich aus tiefsten Herzen wünsche, tief in sich hinein zu schauen und zwischen vielen Täuschungen ihre tief verborgenen und abgespaltenen Selbstanteile finden und akzeptieren, die eher mit Gefühlswahrnehmung, Liebesfähigkeit und zugefügtem seelischem Leid zu tun haben.

Sie müssen lernen sich vorbehaltlos wirklich selbst zu lieben (statt narzisstischem Egoismus), was eine Voraussetzung für echte (Nächsten-)Liebe ist, in der Sex gleich welcher Art (und zu welchem Wesen) erst richtig schön wird- sich vertrauensvoll, liebevoll und zärtlich auszutauschen ohne zu fordern oder bewerten hat mit Geschlechtlichkeit eigentlich gar nichts zu tun.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (05.09.2017 10:52).

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