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mehr als 1000 Beiträge seit 26.03.2010

Ein Lieblingsthema von Florian Rötzer

ist das vermeintliche Versagen "der weißen Männer", zu denen er ja nachweislich selbst gehört. Sein Ziel ist dabei erkennbar, diese Gruppe zu verhöhnen und er schreckt zu diesem Zweck auch nicht davor zurück, die absurdesten Zusammenhänge zu konstruieren. Ein durchgängiges Thema ist dabei immer, eine Angst vor der Übermacht der Frauen zu unterstellen.

Mir scheint sich da einer vorrangig an seinen eigenen Ängsten und Problemen abzuarbeiten. Falls das zutrifft: Kopf hoch, Herr Rötzer :-)

Aber zum Thema: Die genannten Probleme betreffen natürlich nicht nur Männer, das wird ja in der zitierten Arbeit deutlich, sondern ganze soziale Schichten. Es handelt sich auch nicht um ein Versagen dieser Gruppen, sondern um eine absichtlich herbeigeführte Benachteiligung, ein Gegeneinander-Ausspielen von Leuten, die man in eine prekäre Lage gebracht hat.

Zentrale Mittel dazu sind 1. Globalisierung, d.h. die Auslagerung der Fertigung in Länder mit geringen Löhnen, 2. der Zuzug (illegaler) Arbeitskräfte aus dem Ausland, die mit dem lokal geringen Gehalt in ihren Heimatländern später sehr gut leben können oder dort Angehörige versorgen. Das führt zu Lohndumping gerade in den Bereichen, in denen hart gearbeitet werden muss. Das ist in Deutschland kaum anders; auf dem Bau arbeiten inzwischen praktisch nur noch Leute aus "dem Osten", für die sich das auch lohnt.

Da fragt der Autor allen Ernstes, "woher die Wut" dieser Leute kommt?

Es ist ja klar, dass mangelndes Einkommen nicht dazu motiviert, zu heiraten und damit weitere finanzielle Verpflichtungen zu übernehmen. Für Frauen, die Kinder wollen, ist es dagegen aus naheliegenden Gründen sehr wichtig, finanziell abgesichert zu sein. Aus der klassischen Asymmetrie der Rolle in der Ehe im finanziellen Bereich, nämlich Versorger vs. Versorgte, ergibt sich die Beobachtung ganz einfach - wenn der Mann weniger verdient ist er als Versorger weniger geeignet, wenn die Frau weniger verdient, steigt die Neigung sich versorgen zu lassen.

Dass dabei die Anzahl der Alleinerzieherinnen drastisch ansteigt, deutet darauf hin, dass das Interesse an der Heirat nicht nur von weiblicher Seite sinkt, denn offenbar sind die Männer ja in Beziehungen. Dann nicht zu heiraten, ist wohl eher im Interesse der Männer.

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