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  • TomGard (1)

878 Beiträge seit 11.03.2020

Wie patriarchale Ideologien nicht passen und passend gemacht werden

Vor genau einem halben Jahr schrieb ich zur theoretischen Einleitung des Themas:

a) Covid-19 ist unvergleichlich mit einer etablierten, periodisch umlaufenden Infektionskrankheit, wie der Grippe, deren Risiken und Nebenwirkungen ebenso bekannt, wie allseits geduldet sind.

b) Es ist, zumindest in Deutschland, noch keine Seuche. Ein sehr hoher Anteil der Infizierten bleibt nahezu symptomlos oder erleidet nur lästigen Schaden. Der klassifizierende Begriff, der solch ein Phänomen deckt, ist „gefährliche Infektionskrankheit“ [1].

Punkt b ist der Angelpunkt aller Debatten, die entlang des widersprüchlichen Maßstabes einer ideell souveränen Gewalt über menschliches Leben geführt wird, der Staatsgewalt. Sie wird darin umso sachfremder zum obersten Maßstab medizinischer Kriterien erhoben, je weniger Kenntnisse über die Krankheit, Eigentümlichkeiten ihrer Verbreitung und Krankheitsfolgen vorliegen.

Dasselbe Bild bieten unter analogen Umständen Kalkulationen eines Nutztierhalters. Insbesondere in der Massentierhaltung finden sich mit eineinhalb Ausnahmen dieselben Verfahren und Urteilskriterien, die aktuell die Maßstäbe der Volksgesundheitspolitik bestimmen, weil eine Komponente, die in der Nutztierhaltung eine vergleichsweise untergeordnete Rolle hat („glückliche Kühe“), in den Hintergrund rückt, der Anteil des moralischen Lohns an der Volksgesundheit [2]. Es geht um Bestandserhaltung nach Maßgabe des zu erwartenden Nutzens der Herde, gehalten gegen die Kosten ihrer Gesunderhaltung.

Die eine Ausnahme: Keulen (im engen Sinne) steht nicht zur Debatte.
Die halbe Ausnahme: Vernachlässigung und Vergeudung / Verliederung ist nur im Umfang und in Fällen üblich, da dies bereits gesellschaftlich durchgesetzt und akzeptiert ist [3].

Außerhalb Chinas haben die Staatenlenker unter dem Eindruck des Punktes b initial darauf gesetzt, untereinander und gegenüber ihrem Nutzvolk Vernachlässigung und Vergeudung mittels rassistischer / eugenischer Propaganda durchsetzen, erzwingen zu können.

[1] aktuelle Anmerkung:
"Long Covid" und die zu erwartende, überaus kostenträchtige, deutliche Absenkung von Gesundheitsstatus und Lebenserwartung durch die systemische Endothelitis, welche viele Infizierte erleiden, war zu dieser Zeit in medizinischen Kreisen bekannt (und von mir dokumentiert), aber politisch und ideologisch verkannt. Offiziell ist es dabei geblieben. Inoffiziell dürfte es eine maßgebliche Rolle bei aktuellen Entscheidungen spielen.

[2] „Moralischer Lohnanteil“ ist eine marxistische Kategorie, die gern mißverstanden wird, weil die Konkurrenz um Lebenschancen, als welche die bürgerliche Gesellschaft individuelle Karrieren institutionalisiert, die Bürger dazu anhält, sich im Rahmen der Strafgesetzgebung für ihre Moral und deren Maßstäbe alleinzuständig zu machen. Deshalb wird der Moralische Lohn gewöhnlich in „ideellen“ und „materiellen“ Lohn auseinander gelegt. Das ist ein Fehler.

[3] aktuelle Anmerkung:
Das betraf überaus krass die Gnadenbrotbevölkerung in Schweden, UK, Frankreich und Spanien (wahrscheinlich auch Belgien, aber habe ich nicht recherchiert), und selbstverständlich, in Spanien und dem UK überaus krass, den Bodensatz des Pauperismus.

Eine aktuelle Fortsetzung zu obiger Stellungnahme liefere ich in Kommentaren.

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