Avatar von dg65789

906 Beiträge seit 05.09.2003

Re: Die EU-Diktatur ist ein Vehikel des deutschen Imperialismus

Jeder der Goldfasanen entwickelte nach gusto seine eigenen Vorstellungen. Es gab dafür keine einheitliche Linie. Primär wohl deshalb, weil Hitler in diesem Bereich (politische Nachkriegsordnung) selbst nicht wusste was er wollte, ausser, dass man "aufräumen" solle, mit dem "Kleinstaatengerümpel". Man kann auch sagen, es war ihm egal, denn weitaus wichtiger war ihm wirtschaftliche Autarkie und dafür wollte er keine Kompromisse eingehen müssen. Zu dieser Zeit gab es als anerkanntes grosses Vorbild freilich auch nur das British Empire und vielleicht noch das Imperium Romanum. Beide unterhielten einen florierenden Sklavenhandel, BTW.

Chefideologe Rosenberg betrachtete Europa primär als deutsche Beute und mit Verachtung auf Selbige. Die bis zuletzt stetig mächtiger werdende SS wollte einen eigenen territorialen SS-Staat, grob im Raum Benelux/Nordostfrankreich verortet und der sich mit obigen Plänen des eher schwachen Aussenministeriums (Ribbentrop) schwer hätte vereinbaren lassen.

Es gab schlicht keine konsistente Strategie und daran ist das ganze Projekt dann auch zugrunde gegangen. Kampf und Krieg als Selbstzweck reicht nicht. Man musste den Völkern eine positive Vision geben und das konnte oder wollte man nicht. Die USA und die SU haben das später durchaus besser gemacht - und auch diese bedienten sich u.a. eines klar definierten Feindbildes.

Somit ist die EU - bei allen Defiziten - IMO grundsätzlich eigentlich schon als Fortschritt zu bewerten, kommt sie doch ohne Feindbild aus (die aktuelle Situation mit RUS ist relativ neu, sehr kontrovers und hoffentlich kurzlebig) und steht ihren Bewohnern und sozialen Kontrukten zumindest grundsätzlich wohlwollend und respektvoll gegenüber. Ob Frieden, Wohlstand und ewiger Konsum den Menschen als Daseinszweck und Ziele reichen, wird die Geschichte zeigen.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (01.02.2017 22:38).

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