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  • Artur_B

mehr als 1000 Beiträge seit 09.09.2004

Seien wir ehrlich

wir haben kein Racht auf Veröffentlichung der Wikileaks-Dokumente.
Eigentlich werden hier Staatsgeheimnisse verraten und
selbstverständlich hat der Staat das Recht, diese zu schützen. Im
Papierzeitalter beispielsweise wäre so etwas auch ganz unmöglich
gewesen. Stellen wir uns vor, Assgange hätte damals, vor 1995,
solches Material an die großen Zeitungen geschickt, das hätte niemals
veröffentlicht werden dürfen. Sie hätten es zurück gegeben, freilich
nicht, ohne vorher eine Kopie zu ziehen. Heute wird es veröffentlicht
und zwar einzig und allein aus dem Grund, weil alle wissen, dass eine
Geheimhaltung ohnehin unmöglich ist.

Der Widerstand richtet sich nun gegen Unternehmen, die eigentlich nur
ihre Pflicht tun und versuchen, der Organisation, die hier
Staatsgeheimnisse verrät, wenigstens den Geldverkehr zu verknappen.
Soweit das Rechtliche.

Aber es ist eben wie im realen Leben und auch schon die Jahrhunderte
zuvor : der Bürger ist bisweilen gezwungen, den Rasen zu betreten, um
seine Rechte zu wahren. Das ist die Revanche für die vielen
Überwachungsgesetze, die Vorratsdaten und die Abmahner, gegen die man
sich in den Jahren zuvor nicht wehren konnte. Das Netz gibt zu
verstehen, dass es genügend Mitglieder hat, die bereit sind, zu
diesem Zweck auch eine rechtliche Grauzone zu betreten und
entsprechende Konsequenzen in Kauf zu nehmen. Das trifft an einer
empfindlichen Stelle und die Regierungen verzichten nur deswegen auf
Eskalation, weil sie sich im Klaren sind, dass sie den Kürzeren
ziehen werden.

So ist diese Aktion gemeint und sie findet meine volle Zustimmung.
Die Szene zeigt ihre Muskeln und der Staat darf einen Blick auf
eindrucksvolle Bizepse werfen. Recht so. 

Echter Rasen wird bei der Aktion übrigens nicht zertreten und die
Obrigkeit hat es daher doppelt schwer, die Volksmeinung gegen die
Akteure zu richten. Das ist der Vorteil des digitalen Zeitalters.

Gruß Artur    


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