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  • EL_One

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Digging Deeper / Die alles entscheidende Frage...

Laut einer FAZ-Übersicht
(http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/sueddeutscher-verlag-die-neuen-herren-1492349/infografik-suedeutsche-1486271.html) (laut Google vom 26.07.2011)

sind die Besitzverhältnisse wie folgt aufgeteilt:

1 Stufe:
18,75% des süddeutschen Verlags werden von der Familie Friedmann gehalten --> keine Entscheidungsgewalt.
81,25% werden von der Südwestdeutschen Medienholding GmbH (SWMH) gehalten --> Die geben also bei süddeutschen Verlag den Ton an.

2 Stufe:
Die SWMH wird wiederum mit 44,4% von der Gruppe Württembergischer Verleger gehalten.
Weitere 44,4% besitzt die Medien Union GmbH.
Die übrigen 11,2% gehören weiteren Gesellschaftern
In Stufe 2 ist es also Spannend, wer letztlich das Sagen hat.

3 Stufe (a):
an der Medien Union hält die Familie Dieter Schaub 50,7% (hat also das Sagen)
der Rest ist daher erstmal unwichtig.

3 Stufe (b):
Die württembergische Verleger Gruppe ist wieder interessanter. Laut Wikipedia (https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Gruppe_W%C3%BCrttembergischer_Verleger&oldid=153487999) ist hier die Neue Pressegesellschaft mbh & Co. KG von Eberhard Ebner mit 9,5% der größte Anteilshalter.
Insgesamt sind jedoch 18 Verlage beteiligt. (von denen ja rechnerisch z.B. schon 5 weitere Anteilshalter á 8,1 % ausreichen würden um die Entscheidungen zu treffen) Das Ebner laut Wikipedia Sprecher der Gruppe ist, kann, muss aber nichts heißen.

Alles in allem:
Bei diesem Konstrukt kommt es folglich nicht darauf an wer hier die meisten Anteile hat - sondern wer bei den 11,2% der Stufe 2 mit wem Zusammenspielt. Das ist der entscheidende Faktor. Es reicht völlig wenn z.B. ein Dieter von Holtzbrinck Minderheitenanteile an der SWMH halten würde, wenn er somit (und damit möglicherweise auch letztlich Goldman Sachs) das i-tüpfelchen in den Entscheidungen der SWMH spielen würde.

Außerdem ist unklar wer die Anteilshalter der 18 Verleger der württembergischen Gruppe sind. Wie oben dargelegt, reichen rechnerisch 6 Parteien der GWV + 1 Partei aus der SWMH aus um beim süddeutschen Verlag zu bestimmen. Denn - von den 11,2% der Stufe 2 muss wiederum nur ein einziger 5,6% haben um zusammen mit (entweder der GWV oder mit der MU) bei der Süddeutschen das Sagen zu haben. Hier wäre mal investigativer Journalismus angebracht...
Denn einfach zu behaupten das Goldman Sachs im Hintergrund nicht doch die Fänden zieht, ist bei einem solch komplizierten Anteilseignerkonstrukt einfach nur lächerlich.

Und den ominösen Fokusartikel der ja eine Beteiligung von Dieter von Holtzbrinck in den Raum stellt - ist ja nicht erfunden. Wenn man nach der Überschrift des Artikels sucht, findet man auch viele Zeitungen die sich genau auf diesen Artikel vom Fokus berufen haben.

Z.B. hier nachzulesen: http://www.dnv-online.net/medien/detail.php?rubric=Medien&nr=18777

Also für mich bleibt das Thema genauso offen wie vor Putin oder Rötzer... Ohne weitere Informationen kann man dort keine Aussagen tätigen ob Goldman-Sachs hintenrum strippen zieht oder nicht. Ob da der Geschäftsführer Stefan Hilscher überhaupt weiß von wem er eigentlich gelenkt wird, ist meiner Meinung nach - soweit unten in der Nahrungskette - sehr fraglich.

Aber ohne investigativen Journalismus im eigenen Metier (eine Krähe hackt der anderen... oder wie war das?) sehe ich da Schwarz oder Schaub oder Sachs... ;-)

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (15.04.2016 10:28).

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