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  • Einar von Vielen

361 Beiträge seit 17.06.2017

Fähigkeit zum Konsens stärkt Gesellschaft.

Fähigkeit zum Konsens stärkt eine Gesellschaft.

Konsensfindung bedeutet aber gegensätzliche Meinungen auch offen darzustellen, zu diskutieren und konstruktiv aufeinander zuzugehen, d.h, auch einmal Teile der eigenen Überzeugung zu opfern, um dem Gegenüber die Zustimmung zu erleichtern.

Ganz diametrale Positionen löst man im Mehrheitsentscheid, wobei bei die unterlegene Meinung noch umso mehr Resteinfluß haben sollte, je knapper die Wahl entschieden wurde. Dass man alle mitnimmt, sollte die Prämisse sein, nicht das möglichst weitgehende Durchsetzen der eigenen Position, und sei es, auch nur mit einer Stimme Mehrheit.

Ich nenne das eine "konsensuale Entscheidungsfindung", also eine gemeinsame, im Gegensatz zur konkurrierenden Verdrängung.

Aber gerade Letzteres wird vom Establishment und Linken mit dem Argument betrieben "der anderen Meinung keine Plattform zu bieten", ja, die anderen Gruppen aus dem gesamten gesellschaftlichen Diskurs und Leben völlig auszugrenzen. Links macht man das aus der aus Ignoranz geborenen Überheblichkeit und der moralischen Hybris, die "selbst ausschließlich Richtiges und Gutes zu wollen" während es seitens des Establishments ganz profaner Machterhalt ist, der motiviert.

Es sind Methoden, die in der strategischen Kommunikation zur aggressiven Durchsetzung eines Narrativs, natürlich des eigenen, genutzt werden, insbesondere in der hybriden Kriegsführung.

Parteien erwähnen den Konkurrenten möglichst nicht oder gar dessen Konzepte. Zwingt die Realität doch dazu, beispielsweise Flüchtlingskrise, empfindet man das als schweres Manko, das es zu beseitigen gilt. Man folgt dem Prinzip der kompetitiven Hemmung.

Es werden gezielt spezielle Wort- und Sprachregelungen zur Beschönigung oder zur Dämonisierung gefunden.

Linke gehen sogar noch weiter, sie versuchen den Andersdenkenden aggressiv völlig aus allen gesellschaftlichen Positionen zu verdrängen, aus Medien, Sport oder Unterhaltung usw.. Andere Meinungen werden fast generell aggressiv durch Störung unterdrückt und sogar die private Existenzbasis der Andersdenenden angegriffen, obwohl es sich doch "nur" um Menschen mit einer anderen Sicht der Dinge handelt.

So erzeugt man quasi Parallelgesellschaften in einer Gesellschaft. Parallel werden eigene Informationskanäle, Unterhaltungs und Sportangebote, Bildung, Diskussionen usw. entstehen.

Hier zeigt sich Interessenidentität zwischen dem auf Herrschaftserhalt bedachten Establishment und dem immanent repressiven kollektivistischen Denken der Linken, die beide durch diese, "Containement" genannte Abgrenzung der Gruppen die Voraussetzung schaffen, um hernach klare Feindbilder benennen zu können, die in letzter Konsequenz den Angriff auf die in sich geschlossene andere Gruppe ermöglichen. Das gilt insbesondere, wenn die in der gesellschaftlichen Minderheit ist. In Deutschlands Vergangenheit wurde das auch einmal so schon praktiziert.

Man spaltet aktiv die Gesellschaft, die so natürlich auch einen Teil ihrer Leistungskraft verliert. Es entstehen Parallelwelten, die für den jeweils anderen zu völlig überraschenden Ereignissen führen können, da man sie aktiv aus dem eigenen Visus entfernt hat und daher auch keinen Überblick und Einfluß mehr hat.

Breitbart in USA war hier ein Muster für eine gezielt erzeugte alternative Kommunikationsstruktur, ebenso die Twitterstrategie Trumps. Umgekehrt, will man den Andersdenkenden nach eigenen Gedanken und Vorstellungen einhegen und stutzen, führt das unweigerlich in eine massiv repressive Gesellschaft, wie uns das Maas und Kahane live demonstrieren.

Auch bleibt es nicht aus, das die Andersdenkenden lernen und beginnen mit gleichen Methoden zu antworten. Der Weg zu weiterer gesellschaftszerstörender und destabilisierender Aggression der Gruppen gegeneinander (Weimar) ist geebnet.

Alles das führt also zu einer bewußt akzeptierten Schwächung und Schädigung der Gesellschaft. Einmal durch die durch den Verlust der Ausgegrenzten selbst, andererseits durch den Aufwand, die Reibungsverluste, die das Gegeneinander und ständige "Containement" erzeugt, drittens durch das dadurch unstabile Umfeld für verbliebene Unbeteiligte.

Schaut man sich das Ganze auf geopolitischer Ebene an (Stratfor Friedman auf dem Chicao Council), fragt man sich wirklich, ob eine solche Entwicklung, gerade für Europa beabsichtigt ist

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