Avatar von freudhammer
  • freudhammer

999 Beiträge seit 14.12.2014

Schwarzes Evangelium

„Das Auto ist das Instrument der Freiheit“

hat der überaus geschäftstüchtige Lobbyist F.J. Strauß einmal vorgebetet. Was muss das für eine Freiheit sein, die sich auf Blechvehikel stützt, habe ich mir damals schon gedacht. Die Union hat aber noch immer nichts dazugelernt, sie verteidigt die Raserei auf den Autobahnen, als ginge es dabei um ihr schwarzes Evangelium. Mir scheint, es ist heute vielleicht das Trostpflaster für die deutschen Autokonzerne, weil man sie beim Wirtschaftskrieg der Amis gegen sie und die Diesel-Technologie im Regen stehen ließ und lässt. Wenigstens das Prädikat „erprobt auf den freisten und schnellsten Autobahnen der Welt“ will man ihnen lassen. Dass dabei der schwarze Verkehrsminister, der eine halbe Milliarde in den Sand gesetzt hat, auch noch mitreden darf, ist sowieso ein Witz. Ich würde ihn gerne zum Käsen auf die Alm schicken, aber halt, das können wir den Rindviechern nicht zumuten.
Und dass der Bundesrat, bei denen doch Rotgrün gut vertreten sind, dem Irrsinn zustimmen, sagt sowieso alles über diese Parteienbande aus. Möchte wetten, dass auch die AfD gerne mit entschieden hätte und jeder hätte sehen können, dass sie in den meisten Politikpunkten keine Jota vernünftiger sind.
Aber in einem Land, in dem Achtzehnjährige als ihr Lebensziel irgendeinen Audi für 60 000 Euro mit 260 PS anführen, da läuft einiges in den Köpfen nicht rund…

Aber kommen wir zur Realität auf den Autobahnen. Just in Time-Laster und die Lage als Transitland für die Lastwägen ganz Europas machen die Autobahnen dicht und kaputt und das Fahren auf ihnen zur Tortur. Ein ständiger Hindernislauf: Ausscheren, Einscheren, Beschleunigen, Bremsen und immer der Blickwechsel vom Rückspiegel zum Seitenspiegel, zur Seite zum Tacho, von Nah zu Fern, kurz: Stress ohne Ende. Wie leicht wäre es die Laster auf die rechte Spur zu verbannen und alle die nur hundert fahren wollen und die linke Spur für die 120-Fahrer, von mir aus auch 130. Keine plötzlich im Rückspiegel auftauchenden Geschosse mehr, keine gefährliche Manöver beim Spurenwechsel, keine gestreckten Mittelfinger, kein Lichtgehupe usw.
Selbst der ADAC, die oberste Instanz der deutschen Autokirche, soll ja schon bereit sein einzulenken. Alleine die Union…

freudhammer.de

Bewerten
- +