Avatar von cheche_fra
  • cheche_fra

747 Beiträge seit 12.09.2014

Ein wenig VT

Das (gewollte oder fahrlässige) Versagen der Behörden und des Staatsapparates beginnt doch schon weit vor dem Anschlag.

In Tunesien bereits früh auffällig (u.a. LKW-Diebstahl) und letztlich in Abwesenheit zu mehrjähriger Haftstrafe verurteilt, entzieht sich A.A. dieser durch "Flucht" nach Italien.
Dort wird er durch einen "Brandanschlag" auf eine Flüchtlingsunterkunft auffällig und ebenfalls zu mehrjähriger Haft verurteilt, von der er diesmal wohl auch einen Großteil absitzt, bevor er sich illegal nach Deutschland absetzt.
Hier angekommen bezieht er durch mehrfache falsche Identitäten Hilfen, begeht also (schweren) Sozialbetrug und vertickt nebenbei als Kleindealer Drogen.
All das ist den Behörden bereits bekannt. Über juristische Konsequenzen daraus erfährt die Öffentlichkeit aber bis dato nichts.
Stattdessen wird er allein wegen eines (sic! multiple Identitäten) abgelehnten Asylantrags in Abschiebehaft genommen, aber mangels Aufnahmewilligkeit Tunesiens wieder auf freien Fuß gesetzt. (Hier beginnen die meisten VTs, da hier die aktive Einflußnahme von Diensten und Institutionen zu Tage tritt.)

Alleine bis hierher muss man doch schon mal den Vergleich ziehen, welche Konsequenzen ein solch auffälliger Lebenslauf für einen Einheimischen gehabt hätte und welche er im Fall A.A. tatsächlich zeitigte.
Da wären genug Gründe zusammengekommen, um den erstmal für einige Zeit aus dem Verkehr zu ziehen. Allein mehrfacher und wiederholter Sozialbetrug ist hier schon nahzu ein Schwerverbrechen, was so mancher Hartz-IV-Empfänger, der mal eine kleine Zuwendung oder Rückzahlung anzugeben vergessen hat, bestätigen kann.
Drogenhandel ist auch ein solcher Punkt, an dem es schnell zu hohem Strafmaß kommt.
Das alles noch vor dem Hintergrund der (ausländischen) Vorstrafe, was auch eine Bewährung äußerst unwahrscheinlich machen würde...
Aber wurde A.A. überhaupt für diese Vergehen strafrechtlich belangt?! Dazu schweigen sich die Medien auffällig aus... Einzig die Abschiebehaft aufgrund abgelehnten Asylantrags mangels Asylberechtigung findet Erwähnung, die dann aber infolge Rücknahmeunwilligkeit Tunesiens und mangels Personalpapieren (die ja dann "pünktlich" zwei Tage nach dem Attentat eintrafen) abgebrochen wurde und in einen Duldungsstatus mündete - A.A. also immer auf freiem Fuß, ohne jemals belangt zu werden!?
Haben also die Strafverfolgung und die Justiz versagt? Hat bereits hier eine Order von oben gewirkt?

Auch sollte man sich seine finanzielle Situation mal genauer zu Gemüte führen.
Mindestens neun verschiedene Identitäten, unter denen er staatliche Hilfen bezog, bedeuten eben auch die neunfache Summe an Einnahmen, plus dem Erlös aus der Kleindealerei. Da kommt ein ordentliches "Monatsgehalt" zusammen.
Den Weg dieses Geldes, bzw. seinen Verbleib, zu klären, könnte dabei durchaus helfen, an Hintermänner und Organisationen im Hintergrund zu kommen. Auffällige Ausgaben für den Lebensstil sind da eher unwahrscheinlich, begnügte er sich doch mit Flüchtlingsunterkünften (Kost und Logis) - oder hatte er doch eine/mehrere eigene Wohnung(en)?! Naja, zumindest `nen Moscheeschlüssel... Auch hier wieder mehr Fragen als Antworten... - und wird dort auch nicht mit hochpreisiger Kleidung und goldschmuckbehängt aufgelaufen sein.
Dafür erklärt sich so schon seine finanzielle Ausstattung bzgl. des Fluchtwegs. Interessant wäre jetz aucht zu erfahren, wieviel Bargeld A.A. im Tatfahrzeug hinterlassen hat, und wieviel er bei seiner Erschießung noch bei sich trug - schließlich wollte er ja in Italien auch noch von etwas leben... z.B. wenn da nicht mehr viel vorhanden war, muss er eine Quelle gehabt haben, um an seine "Ersparnisse" zu kommen; wenn er jedoch in Mailand noch eine größere Summe bei sich gehabt hätte, müsste man entweder davon ausgehen, dass seine Geldbörse mit Aufenthaltstitel absichtlich hinterlassen wurde, während das Geld "am Mann" blieb, oder er in der Zwischenzeit Zugriff auf sein "Lager" gehabt hat.

...

All diese "Nebensächlichkeiten" fallen mir immer wieder auf und sind aus meiner Sicht dabei z.T. entscheidende Puzzelsteine, um zu einem Gesamtbild zu kommen, das eben nicht durch offizielle Verlautbarungen und Nebelkerzen verzerrt ist, und das es ermöglicht, die offiziellen Darstellungen entweder wirklich logisch nachvollziehen zu können oder eben als scripted zu debunken - denn die Fehler werden wenn, dann bei eben solchen "Kleinigkeiten" gemacht...
Die mediale Darstellung neigt leider immer dazu, den mutm. Täter zu "entmenschlichen", ihm Grundbedürfnisse abzusprechen und ihn fast als "Wesen aus einer anderen Welt" darzustellen. Auch dieser mutm. Täter ist aber immer ein Mensch, der genauso wie andere schlafen, fressen, f...ken, sch...sen will, der Kleidung braucht und der mit anderen Menschen interagiert. Während man bei der "Tataufklärung" immer nur auf die Unmenschlichkeit und die direkt mit der Tat in Verbindung stehenden Umstände schaut, vergisst man leicht, dass die Beantwortung der Frage nach dem alltäglichen Lebenswandel eines Verdächtigen oftmals mehr zur Aufklärung beiträgt, als alles, was als spektakulärer Fahndungserfolg an die große Glocke gehängt wird...

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btw. Von wo in Italien hat eigentlich der polnische LKW den Stahl für Berlin abgeholt? Und warum hat der Fahrer den eigentlich nicht sofort bei Ankunft abgeliefert, sondern ist mit der Fuhre erstmal, obwohl schon vor Ort, schlafen gegangen?!

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (30.12.2016 15:40).

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