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  • Tschurkin

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Re: ohne Pauschalisierungen konkret werden.

palette schrieb am 10. Januar 2016 09:55

> > > Kannst dir ja mal anhören, wie dieses "baggern" so konkret vor sich
> > > geht. Is nur ne viertel Stunde:
> > > > https://www.youtube.com/watch?v=bO12X1nhzzk

> > was hat das mit den vorfällen in köln bzw. den terrorwarnungen in
> > münchen zu tun? 

> Hast du der Frau zugehört? Ihre Schilderung deckt sich weitgehend mit
> derjenigen von Kölnerinnen und Hamburgerinnen - mal abgesehen von
> Intensität, Massivität und Dauer.

da sehen sie aber von ziemlich viel ab. sie bringen hier einen
"fall", der sich 2011 in afrika ereignet haben soll. ob dieser fall
überhaupt etwas mit dem derzeit diskutierten fall zu tun hat, kann
ich nicht sagen. offengestanden hatte ich gar keine kenntnis davon.
meinen sie nicht, der "fall" in köln sollte erst mal vernünftig
aufgeklärt werden, kameraaufzeichnunen ausgewertet werden, die zeugen
genauer befragt werden etc. etc. und dann darüber geurteilt werden?
ob und inwiefern das in einem zusammenhang steht kann doch erst im
anschluss an eine untersuchung beurteilt werden.

> > thailand, philipinen, südamerikanische und afrikanische länder werden
> > auch gern von westlichen touristen besucht und auch da kommt es gern
> > mal zu kritikablen verhaltensweisen.

> Und was hat  d a s  jetz mit den Vorfällen in Köln zu tun?

sexualität und kriminaltät bzw. sexuelle gewalt und sexuelle
ausbeutung ist ein grosses thema. global betrachtet schaut die sache
in der regel etwas anders aus, als - vielleicht etwas überspitzt
formuliert - es durch bildzeitungsberichte impliziert wird. die
berichterstattung nach den "vorfällen" in köln zielt darauf ab,
ängste zu generieren, ängeste gegen fremde, gegen menschen, die
religiös und kulturell hier probleme schaffen werden, die gar nicht
integriert werden können, weil sie eben "anders sind". das ist aber
m.e. nicht der witz. global betrachtet schaut die sache eher so aus:
es gibt eine reihe armer länder - fast kann man sagen kontinente - in
denen eine sehr grosse menge an menschen fast keine anderen
möglichkeiten hat, als im bereich der sexindustrie zu arbeiten.
global betrachtet kann man sagen, reiche westliche länder haben ganze
landstriche in bordelle verwandelt und das ist jetzt der normalfall.
von daher denke ich, wenn ich "sexuelle gewalt" oder "sexuelle
ausbeutung" höre, ganz grundsätzlich an etwas anderes als sie. 

> Ich hab bewusst konkretisiert: Nordafrika, weil ich es eben nicht für
> "islamspezifisch" halte, und die derzeit um sich greifende
> Islamophobie für äußerst gefährlich halte.

> Konkret werden ohne zu Pauschalisieren, ist da mein Motto

> > ihre etwas einseitige, sehr blumig dargelegte sichtweise
>
> Könnten Sie bitte konkretisieren, was ich "sehr blumig dargelegt"
> hätte?

zum gegenwärtigen zeitpunkt kann man wohl sagen, dass da in köln wohl
irgendetwas vorgefallen ist. jetzt sollte halt untersucht werden, was
genau vorgefallen ist. also es sollte ein schritt nach dem anderen
gemacht werden, anstatt irgendwelche parallelen zu ziehen, von denen
man im augenblick überhaupt nicht sagen kann, ob sie zutreffen etc.
das klingt für mich nach vorverurteilung & das halte ich für
unangebracht.

so wie ich das jetzt verstanden habe, waren offenbar viele leute in
dem bahnhofsgebäude und es gab dann probleme, als andere leute durch
die menge hindurch wollten. es ist gegenwärtig nicht bekannt,
wieviele leute aus der menge sich an den "vorfällen" beteiligt haben
und es ist nicht bekannt, ob es spontan "aus dem suff" entstanden
ist, bzw. ob es überhaupt in der geschilderten form stattgefunden
hat. that's it. sie haben ein grosses fass aufgemacht, indem sie
behaupten, da wäre eine parallele zu "nordafrikanischen" aber nicht
"islamischen" blablabla-vorfällen. das weiss ich nicht, daher
empfinde ich das als blumig. das sind ihre phantasien, die gehen mich
nix an.

> > als spezialist für strafrechtlich relevante sexualangelegenheiten

> Oh, zuviel der Ehre, das bin ich nich. Nur (indirekt) Betroffener.

> >  haben sie sich bestimmt auch schon mal mit der
> > "sozialstruktur" weiblicher arbeiterinnen in der sexindustrie
> > auseinandergesetzt.

> Ja, hab ich. Sogar in mehrfacher Art und Weise.

na also, dann wissen sie ja, wie der hase tatsächlich läuft, abseits
"unserer" tollen berichterstattung in den medien von bild bis
spiegel.

> > die wahrscheinlichkeit, dass flüchtlingen gewalt angetan wird von
> > jeweils einheimischen ist in jeder beziehung grösser als umgekehrt.
> > gleich ob es sich um sexuelle oder sonstige gewalt handelt, von daher
> > kann ich ihre ängste und nöte nicht teilen.

> Welche Ängste und Nöte??? Haben Sie überhaupt gelesen, was ich
> geschrieben habe? Haben Sie es verstanden?

lesen sie halt nochmal ihren vorherigen beitrag: da steht sie finden
den "flashmobcharakter beängstigend". ich hingegen würde sagen, das
ganze muss erstmal genau untersucht werden, dann kann ich - wenn es
not tut - immer noch ängste entwickeln. zum gegenwärtigen zeitpunkt
halte ich es eher nicht für angebracht.

> Kommunikation umfasst nicht nur die Rhetorik des Senders, sondern
> auch die kognitive Kunst des Empfängers. Und Kunst kommt von Können,
> kann man also lernen...

> > der ausdruck "evtl etwas zu rücksichtslos herumgebaggert"

> ... war voll daneben!

> Nur darum ging es in meinem Beitrag.

ich habe versucht, ihnen zu erklären, wieso ich diesen ausdruck
gewählt habe, ob sie das nachvollziehen können oder nicht, dazu kann
ich letztlich nichts sagen.

> Und weil das hier kein e-mail-Verkehr ist, sondern öffentliches
> Schreiben, hab ich die Konkretisierung "Nordafrika" vorgenommen, um
> dieser unsäglichen Islamophobie hier im Forum etwas entgegenzusetzen.

> Hier ne weit ausführlichere Darlegung dessen, was ich denke
> > http://www.heise.de/tp/artikel/47/47066/1.html
> > http://www.heise.de/tp/artikel/47/47066/2.html
> > http://www.heise.de/tp/artikel/47/47066/3.html

> Und was das "rücksichtslose Baggern" angeht - auch ich hab recht
> rücksichtslos gebaggert, als ich noch jung und schick war, und es mir
> erlauben konnte. Und den allermeisten Frauen gefiel das, solange ihre
> Autonomie gewahrt blieb. Teilweise n ganz schmaler Grat, aber
> letztlich nicht schwer, darauf zu balancieren.

danke für die info! so genau wollt ich's zwar gar nicht wissen, aber
gut. was soll ich hierzu sagen? ein schwank aus ihrem leben, der
nicht nachprüfbar ist, aber ihre auffassung unterstreichen soll, ist
argumentativ/inhaltlich wenig überzeugend. 

> Ums Balancieren auf nem schmalen Grat ging es in Köln aber nicht, und
> um die Autonomie der Frauen schon mal gar nicht. Das hatte *absolut
> gar nichts* mit Baggern zu tun.
> Und es hatte auch nichts mit der pervertierten Form von "reich und
> sexy" westlicher Touristen zu tun.

s.o. erst mal untersuchen, aufarbeiten, dann bewerten... ist ne alte
regel, die sich doch immer wieder bewahrheitet.

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