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  • kimschmitzii

mehr als 1000 Beiträge seit 18.02.2002

der kleine Mann zahlt soviel Steuern....

Ich überspitze jetzt ein wenig... Man stelle sich mal vor: der kleine
Mann zahlt richtig viel Steuern, damit das System am Leben bleibt. Er
zahlt soviel, dass er z.B. für so manch durchaus wichtige Anschaffung
vll. gar einen Kredit aufnehmen muss (Zahnersatz, Waschmachine,
Autoreparatur), weil das Geld an anderer Stelle nun fehlt. Diesen
Kredit hat er bei einer Bank. Jetzt gerät seine Bank ins Straucheln.
Aber er zahlt ja Steuern, vielmehr als der Chef der Bank. Die Bank
ist gerettet.
Würde er nicht soviele Steuern zahlen, bräuchte er die Bank vll. gar
nicht und er würde einige weit weniger reich machen. Bräuchte er die
Bank nicht, müsste er nicht soviele Steuern zahlen, um diese zu
retten.
Es ist ein riesiges Umverteilungssystem. Die Menschen, die breite
Masse der Menschen dient als Risikoabsicherung für die Reichsten der
Reichen. Und nicht nur das. Er dient auch als Arbeitskraft, um ihnen
den Reichtum zu erwirtschaften. Und hätte er nicht soviele Kredite,
dann wäre er auch nicht so abhängig.

Es ist wie in der DDR. Eine kleine Clique hat erkannt, dass sie die
breite Masse nur für sich arbeiten lassen muss. Umverteilung at its
best.

Ich will nicht kritisieren, dass man Steuern, vll. auch hohe Steuern
zahlen muss, damit das Gesamtsystem am Laufen gehalten wird. Vor
allem kritisiere ich, dass eine Klientel, die in mehrfacher Hinsicht
von diesem Aufbau des Systems profitiert, nicht an den Kosten
beteiligt wird.

Was mich mal interessieren würde: wie hoch sind insgesamt die
Barvermögen.... die paar Milliarden der Reichsten der Reichen machen
den Braten vermutlich noch gar nicht so fett. Man muss sich nur mal
anschauen: da hat jenes Unternehmen Milliardengewinne gemacht und ein
anderes ebenso. Tagtäglich liest oder hört man davon, dass wieder ein
Unternehmen im letzten Quartal oder auf's ganze Jahr verteilt
Milliarden an Euros oder Dollar als Gewinn erzielt hat. Manch ein
Unternehmen hat auch Milliarden von Euros oder Dollar auf der hohen
Kante, in bar sozusagen. Ich frage mich: wieviele Euros könnte man
der arbeitenden Bevölkerung als Lohnerhöhung zahlen oder allgemein in
gerechtere Löhne stecken (gerade dieser Zara-Chef, der keinen guten
Ruf hat, weil er auf die üblichen Ausbeutermethoden setzt)? Wieviel
Geld steht tatsächlich zur Verfügung? Wie stark ist die Umverteilung
bereits in den Unternehmen selbst?

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