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  • firedancer

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Nein. Woran TTIP scheitert, sieht man an den Streitpunkten.

Woran TTIP scheitert, sieht man an den Streitpunkten. Die waren nicht etwa ein irgendwie besonders starkes Deutschland, sondern dass die EU auf Mindeststandards bei den Arbeitnehmern bestand, Gewerkschaften gestärkt sehen wollte, etc. - und das was es, was die USA nicht haben wollte. TP berichtete, die halbe Welt berichtete.

Und selbstverständlich ist Tusk von Trumps Bemühungen nicht begeistert. Das ist niemand, der versteht, wie da der Hase läuft. Rötzer schreibt es selbst: "Der Grund ist einleuchtend, weil dann die USA normalerweise der stärkere Verhandlungspartner ist, der besser seine Interessen durchsetzen kann." Genau das "America First", dass sich Trump vorstellt: Erst mal kommt er, dann kommt seine Klientel, dann kommt Amerika. Dann kommt erst mal ganz lange nichts. Und dann kommen diejenigen, die ihm nützen, egal ob Unternehmen, Land oder Einzelperson. Tusk versteht das. Und er versteht auch, dass jeder einzelne der hier ansässigen Bürger dieser Breitengrade das Nachsehen haben wird. Tusk versteht aber auch, dass dies eine ganze Menge Leute nicht verstehen: Von einfachen Bürgern bis zu den Staatslenkern. Entweder es gibt ein gemeinsames Miteinander oder ein jeder gegen jeden. Beim ersten gewinnen alle, wenngleich auch nur wenig, beim zweiten gewinnen ein paar wenige ganz viel und ganz viele verlieren. Tusk versteht das. Und damit ist er weder der erste, noch der einzige. Und weil er damit leider so sehr ins Schwarze trifft, sehen viele Menschen die Umtriebe von AfD, Trump und Konsorten auch so kritisch. Und daher gibt es auch nur zwei Wege: Entweder wir bekommen die Kurve und arbeiten zusammen - das wäre auch für den einen oder anderen EU-Staat mal was ganz neues - oder wir verlieren eben alle, egal wie mächtig unsere Wirtschaft auch sein mag. Keine Gemeinschaft kann funktionieren, wenn es ein ausgewogenes Geben und Nehmen ist. Entweder wir entwickeln uns dahingehend weiter, oder es gibt ein wirtschaftliches Hauen und Stechen. Dass dabei der kleine Mann dann der große Verlierer sein wird brauche ich euch wirklich nicht erklären. Zu glauben, der kleine Mann wäre dabei der große Gewinner, wie das unsere Trump-Fans wohl meinen, ist grenzenlos naiv.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (01.02.2017 08:39).

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