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  • pehar

mehr als 1000 Beiträge seit 21.09.2016

Begeisterung darüber, jemandem den Mund zu verbieten

Ich finde es bedenklich, mit welcher Begeisterung auf die Deaktivierung des Accounts reagiert wurde. Wie kann man sich darüber freuen, dass ein privates Unternehmen nach Gutdünken jemandem die Möglichkeit zur öffentlichen Meinungsäußerung entziehen kann?

Bei Trump mögen sich alle einig sein, dass er da vor allem geistigen Durchfall produziert, aber das funktioniert genauso bei Menschen, die auf Misstände hinweisen, die keine anderen Möglichkeiten haben, sich öffentlich Gehör zu verschaffen, und bei denen es niemand merkt, wenn sie plötzlich weg sind.

Genauso, wie Twitter den Account des US-Präsidenten deakiviert hat, könnte es - ganz unauffällig - Accounts deaktivieren, die sich meinetwegen gegen Einwanderung aussprechen. Gerüchten zufolge passiert das längst - zusammen mit "Shadow-Bans" und derlei Konstrukten.

Offensichtlich ist alles so wie immer: Faschistische Methoden werden bejubelt, solange sie die Richtigen treffen. Wenn dieselben Methoden sich dann plötzlich gegen den eigenen Standpunkt richten, ist das Geheul groß - aber man kann nichts mehr dagegen tun, weil man selbst vorher die Strukturen geschaffen hat, die die Zerstörung der Meinungsfreiheit ermöglichen.

Natürlich im Namen der guten Sache - wer könnte schon was dagegen haben, wenn Nazis ihren Dreck nicht mehr veröffentlichen können und Donald Trump endlich zum Schweigen gebracht wird? Das sind doch die Bösen.

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