Ansicht umschalten
Avatar von perlentaucher235
  • perlentaucher235

mehr als 1000 Beiträge seit 16.08.2012

Das eine zu wollen, doch das andere zu tun...

...oder auch umgekehrt - wieso kommt der Artikel, wie auch mancher
Forist (m. einer Ausnahme & dem Verweis auf umgebende Strukturen wie
MIK etc.) immer nur dazu, Politikern wie in diesem Fall dem Koll.
Obama (der Herr der Drohnen mit Friedensnobelpreis) *entweder* das
eine *oder* das andere als Handlungsmotivation zu unterstellen wie
aktuell im Fall der Spionageaffäre?

Obama möchte gegen die Geheimdienste, allein, er kann nicht - andere
sagen das direkte Gegenteil. Man sollte sich doch aber mal genau (ein
Bsp. bzgl. des Drohnen»kriegs« steht schon oben) vergegenwärtigen,
was abseits verschwindend weniger Ausnahmen den - nach 1789 an
und für sich überflüssigen, sich aber gern mit wenig Arbeit als
Adelsnachfolger gerierenden - Politiker eigentlich im Kern 
auszeichnet. 

Der Klagen sind Legion - unter angemessener Berücksichtigung der sich
ebenfalls aus »Machtmenschen« konstituierenden umgebenden Strukturen
handelt es sich um Verlogenheit, Doppelbödigkeit, Opportunismus,
kriminelle Energie und entsprechendes Handeln - also im wesentlichen
allesamt Eigenschaften von Menschen, mit denen man lieber nichts zu
tun haben möchte. 

Warum ist das so? Erste Existenzbedingung für die Vielzahl derer, die
sich zum/-r PolitikerIn berufen fühlen ist - abseits der Befriedigung
der persönlichen Eitelkeit und der Möglichkeit, ordentlich Knete
einfahren zu können, wenn der 'soziale Aufstieg' anders nicht glücken
will - gesellschaftliche Polarisierung. Also gesellschaftliche - im
sg. Pluralismus ein Leichtes - notfalls auch selbstprovozierte oder
-losgetretene Konflikte, zu deren Lösung sich der betreffende
Politiker bzw. seine Clique andienen. Auf dem Hintergrund der
bestehenden bzw. heutzutage vorherrschenden gesellschaftlichen
Verhältnisse wird aus Politikern ohne obige Eigenschaften schlicht
nichts. Es wäre am Souverän, einem solchen Zustand, der nur
potentielle oder manifeste Verbrecher zur Führung eines Gemeinwesens
»qualifiziert«, grundlegend abzuhelfen. 

Erste - aber wirklich nur die ersten - Schritte bestünden in der
Einführung der Amtshaftung (Zivil- und strafrechtlich) für Politiker
und leitende Beamte. Das würde schon zu einem gewissen Grade die
Anziehungskraft des »Berufs« PolitikerIn auf zwielichtige Elemente
verringern. Es ist nicht einzusehen, weshalb das im Strafrecht
geltende Abschreckungsprinzip nur für Normalsterbliche gelten soll.
Wie die Praxis zeigt, ist auch in diesem Zusammenhang Papier
geduldig.

Oder andersherum formuliert: Die gängige Praxis, dass Politiker in
praxi von jeder Haftung für ihr Handeln frei sind, ergibt nur auf der
Prämisse fussend Sinn, dass es sich bei ihnen um legitime -
seinerzeit ja auch von 'göttlicher Gnade' und 'Vorsehung' sich 
nährender - Nachfolger des unantastbaren Adels handele. Davon 
ist aber in  keinem Konzept moderner Staatlichkeit die Rede - auch
hierzulande taucht m. W. der liebe Gott einzig in der Präambel des 
Grundgesetzes auf, was aber nichts daran ändert, dass Durchschnitts-
politikern noch grössere 'Beinfreiheit' zuzukommen scheint als bspw. 
einem Herrn Tebartz, der sicherlich einen besseren Draht nach Oben 
haben dürfte.

Bemerkenswert scheint im obigen Zusammenhang, dass ausgerechnet
in den noch bestehenden sozialistischen Staatskonstrukten
Fehlverhalten von Politikern noch am ehesten geahndet 
zu werden scheint.

Ein Politiker wird stets das tun, was ihm einen Vorteil bringt (der
kann neben anderem auch (s. o.)  in der Rettung des eigenen Lebens
bestehen). Insofern muss man auch davon ausgehen, dass der Charakter
und das Praxishandeln von Politikern die Vielfalt des Chamäleons
aufweisen. Es liegen - auch wenn es keiner sagt - immer alle Optionen
auf dem Tisch (vgl. die Law-and-Order-Spezialdemokraten vergangener
Epochen oder die in HH dieser Tage).

Dass man nur lange genug warten müsse, bis der »Richtige« kommt - der
letzte vermeintlich »Richtige« war Herr O. - und alles richtet, ist
eine Illusion. Natürlich auch insofern eine vorzügliche Illusion, als
sie dem gemeinen Volk die unsägliche Mühe erspart, sich selbst um die
eigenen Belange kümmern zu müssen, die wesentlich über die
biologischen Funktionalitäten des Organismus hinausreichen.

Bewerten
- +
Ansicht umschalten