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  • Isidorus

mehr als 1000 Beiträge seit 20.06.2016

Auslaufmodell Einzelhandel

Das komplette Geschäftsmodell des Handels basierte früher darauf, dass die Kunden Unkenntnis der Herstellungsprozesse und keinen Zugang zu den Quellen von Produkten hatten. Die Glasperlen, mit denen die Indinaer verarscht wurden, sind da geradezu klassisch. Davon ist heute nichts mehr übrig. Handel wurde zu Logistik, zu normiertem Transport. Und zwar in vielen Fällen direkt vom Hersteller bis zum Endkunden. Läden wie Amazon sind mehr Transportdienstleister als Händler.

Auch das sogenannte Einkaufserlebnis, das vor allem Frauen mit der Kreditkarte des Mannes haben, ist aus der Zeit gefallen. Shoppen als Freizeitbeschäftigung entwickelte sich aus der Notwendigkeit, nicht weil es von sich aus so toll wäre. Reklame ersetzt das Shoppen mehr und mehr.

Einkaufsläden müssen zentral sein und diese Positionen sind begehrt und daher teuer. Der Einzelhandel dient dazu, teure Mieten an Großgrundbesitzer zu überweisen wie zu Zeiten der Leibeigenen. Immer mehr Kinden wollen das nicht mehr oder können sich die im Kaufpreis steckenden überteuerten Mieten nicht mehr leisten.

Zum Versandhandel gibt es daher keine Alternative, das wird sich bis auf die Lebensmittel erstrecken. Der Einzelhandel wird nicht in der Fläche überleben. Allenfalls in kleinen Nischen.

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