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Strategische Aufgaben von Nato-Trollen:

Seitdem Ende der 90er beschlossen wurde, dass die Europäer zum Wohle der US-Hegemonie wieder anfangen müssen, völkerrechtswidrige Kriege zu führen und ihre eigene geographische Umgebung zu zerlegen, wird an der Destruktion des Friedenswillens gezielt gearbeitet.

So führt etwa das "Nato-Exzellenzzentrum" JAPCC in Kalkar jährlich Konferenzen zur "Informationskriegsführung" mit 250 Vertretern aus Militär, Politik und Journalismus durch, die Strategien der Manipulation besprechen, mit denen die Europäer, vor allem aber die Deutschen (eine peinliche Panne wie die massive Friedensbewegung in den 80ern soll offensichtlich nie wieder vorkommen) zur Kriegsbereitschaft geprügelt werden sollen, die die gezielte Diskreditierung von Friedensvertretern zur erklärten Strategie erklärt. Der Reader zur JAPCC-Konferenz im November 2015 in Essen stand im Netz unter dem Titel "Read Ahead" im Netz; ich zitiere Passagen die die Planung zur gezielten Erzeugung von Feindseligkeit und Kriegsbereitschaft gegenüber Russland aufzeigen (in meiner Übersetzung):
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Durch die Enthüllungen Edward Snowdens wissen wir zudem, dass alleine für die NSA 27000 und für den GCHQ 7000, für Nato und US-Botschaft weitere Forentrolle arbeiten, die nicht zum Inhalt argumentieren, sondern gezielt sich auf die Diffamierung von Friedensaktivisten verlegen. Diese weder mit den gesetzlichen Grundlagen eines demokratischen Rechtsstaats noch mit dem Anstandsempfinden eines durchschnittlich intakten Menschen vereinbarenden Tätigkeiten sind das Beschäftigungsfeld von Charakterleichen, die sich so tief herabbegeben, für Geld nichts als sachfremd dreckige Wäsche zu waschen. Weil ihr Treiben nichts als selbsterniedrigende Selbstentlarvung ist, treten sie immer im Rudel und unter wechselnden anonymen Nicks auf: Aber unterirdische Sprache, niedrigstes charakterliches und inhaltliches Niveau und der Appell an niedriste Instinkte Dritter sind der gemeinsame Nenner.

Hier die JAPCC zu Zielen von Nato-Propaganda in einem Dokument, dass ein offenes Eingeständnis ist, dass das Nato-Kriegsbündnis nur noch durch versuchten Rufsmord auf unterster Schublade zusammengehalten wird:

Schlüsselprinzipien: Betont den Menschenrechtsaspekt einer militärischen Konfrontation./ Die NATO muss allen Friedensbewegungen aggressiv und öffentlich entgegenwirken und die Herrschaft des Gesetzes des bewaffneten Kampfes aufrechterhalten./ Die NATO muss ihren gegenwärtigen Kampf um strategische Kommunikation richtig einschätzen und der Öffentlichkeit gegenüber die Notwendigkeit bewaffneter Konflikte rechtfertigen./ Dass die Öffentlichkeit in einigen NATO-Ländern die Notwendigkeit einer gemeinsamen Verteidigung nicht einsieht, bedeutet, dass wir eine fundamentale Erneuerung des kommunikativen Rahmens brauchen. Die NATO muss viel mehr Mittel und Mühen auf die grundlegende Kommunikation mit der Öffentlichkeit verwenden.

Die Konferenzteilnehmer waren sich in der Überzeugung einig, dass die öffentliche Meinung entscheidend ist. Für die Aufgabe, die öffentliche Meinung [zu Gunsten des Lufkriegs] ebenso wie die einiger älterer Politiker zu formen, sind die Medien vielleicht der entscheidende Schlüssel, durch die solche beeinflussenden Maßnahmen durchzuführen sind. Die zweite Sitzung der Konferenz befasste sich folglich auch mit der Beziehung von Militär und Medien im Hinblick auf die Frage, wie die NATO am besten ihre Botschaften in den Medien platzieren kann. Einige gegenwärtige und ehemalige Mediengrößen sowohl der Printmedien wie des Fernsehens nahmen an einer faszinierenden Sitzung teil, die Schlüsseldynamiken hierfür entwarf.

Die deutsche Fallstudie weist erhebliche Unterschiede zur amerikanischen und englischen auf. Nach dem zweiten Weltkrieg war das pazifistische Grundgefühl in Deutschland sehr stark und ist es immer noch. Die öffentliche Meinung zu den Wehrkräften ist fast das Gegenteil zu der der Briten und Amerikaner. In allen Fällen, in denen die NATO militärische Gewalt anwendeten, waren die Deutschen anfälliger für Desinformation und antimilitaristische Kampagnen als die meisten anderen NATO-Länder. In Kürze, einige politische und kulturelle Faktoren machen Deutschland zu einem sehr problematischen Fall in der Unterstützung militärischer Gewalt im Dienste der NATO.

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