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  • Carsten G

1 Beitrag seit 10.02.2013

Die Sicht des Photographen

Da ich es versäumte, nach diesem Artikel direkt zu suchen, habe ich
ihn erst jetzt entdeckt – und nun haben sich schon über 180 Beiträge
angesammelt...
Vielen Dank für den Zuspruch; einige beschäftigen sich jedoch eher
mit den Beiträgen anderer als mit dem Sachverhalt, manche sehen mich
sogar in der Täterecke.
Ich kann und will nicht auf alles antworten, ich sollte aber ein paar
pauschale Aussagen dazu machen:

1. Urheberecht

...hat verschiedene Aspekte; infolge dieser Angelegenheit mußte ich
mich damit intensiver beschäftigen, daher weiß ich jetzt z.B., daß
bei öffentlichen Sportveranstaltungen im allgemeinen der Aktive sein
Recht am eigenen Bild an den Veranstalter überträgt. Und das ist
nicht der gastgebende Verein, sondern der Leipziger Fußballverband.

Auf dem Orig.-Bild (im taz-Artikel am 25.01. abgedruckt – aber nicht
online zu finden) hat Mike L. Sporthose und -schuhe an; sein Kumpel
schaut frontal in die Kamera, ist also "stillschweigend"
einverstanden – um hier auch mal Haare zu spalten...

"Öffentlichkeit" ist auf dem Bild nicht unbedingt zu sehen – aber ICH
bin doch schon die Öffentlichkeit (neben ca. 60-70 weiteren Personen,
die zur Tatzeit nachweislich auf dem Gelände waren und den Arm hätten
sehen können)!

2. Meinungsfreiheit

ich kenne Mikes Meinung nicht, sie interessiert mich auch überhaupt
nicht – Mike L. kann Meinungen haben wie er will, solange er diese
nicht in strafbare Taten umsetzt.
Wenn Mike L. der Meinung ist, sich so etwas in den Arm hacken zu
lassen, dann soll er das machen (hat er ja auch) – aber wenn er diese
Sache in der Öffentlichkeit zeigt, dann ist das eben eine Straftat.
Und zwar JEDES MAL, wenn Mike das mal wieder präsentieren zu müssen
meint.

3. Swastika

Mike L. ist vielleicht gar nicht der Allerhellste, daher wird ihm das
sein Stecher damals schon erklärt haben: "Junge, so’n echtes H-Kreuz
ist etwas heikel, wir machen was, das so ähnlich aussieht, und vor
Gericht kannste ja sagen, das wäre so’n asiatisches Dingsbums."
Es sieht aus wie ein Hakenkreuz und es wirkt wie ein Hakenkreuz –
daher sollte es auch wie ein Hakenkreuz bestraft werden.

Im Internet ist sicher irgendwo eine Aufstellung zu finden, wie oft
es in diesem Land bisher Verfahren/Verurteilungen wegen dieses
Delikts gab – und wie hoch dabei der Anteil an
Verfahrenseinstellungen/Freisprüchen war, weil der Täter "religiöse
Motive" geltend machen konnte.
Das würde mich auch mal interessieren...

4.  "Braune" Justiz in Sachsen

Der zuständige Staatsanwalt Kr. hat bestimmt keine fasch. oder
Nazigesinnung – ich gehe sogar davon aus, daß das niemand im sächs.
Justizwesen hat. In diesem Freistaat regiert seit 23 Jahren die CDU
(teilweise mit den Splitterparteien SPD und FDP, beide im
einstelligen %-Bereich).
Also arbeiten dort nur ganz normale Konservative, für die der "Feind"
immer schon "links" stand (dazu bitte die unerhörten Verfahren und
Urteile gegen die Dresden-Blockierer von 2010/11 beachten!); alles
was von "rechts" kommt, wird als unpolitische Kneipenschlägereien,
verwirrte Einzeltäter (Oktoberfestattentat) oder unvermeidbare
VS-Pannen (NSU) verharmlost.

5. Extremismusklausel

...wird gern gebracht: "Na ihr Linken seid doch genauso schlimm wie
die Rechten, verboten gehört ihr alle beide!"
Da genügt vielleicht ein kurzer Blick darauf, wieviel Todesopfer
rechter Gewalt es seit 1990 gab – und schon sollte den meisten klar
sein, was genau einer der wesentlichen Unterschiede zwischen Links
und Rechts ist.
In diesem Fall geht es aber gar nicht um Links oder Rechts, sondern
um H-Kreuz-Freund oder H-Kreuz-Gegner. Entscheiden Sie bitte selbst,
zu welcher dieser beiden Gruppen Sie gehören (nur eine Antwort ist
möglich)!
Im übrigen fühle ich mich keineswegs zu irgendeiner Art von
"Extremismus" hingezogen; ich bin voll die Mitte – wie 80 Mio. andere
auch in diesem Land...

6. Roter Stern

...wird auch gern gebracht: "Das Zeichen eures Vereins ist doch
genauso schlimm; unter dem Roten Stern sind doch viel mehr Menschen
ermordet worden..."

Weil’s scheinbar kaum jemand weiß: die mit dem H-Kreuz haben den
Krieg begonnen – (unter anderem auch) deswegen ist das H-Kreuz
verboten. Die mit dem Roten Stern haben den Krieg beendet, deswegen
ist der Rote Stern nicht verboten – so einfach ist das.

eine schöne Woche
wünscht
Carsten G.
rsl-alteherren.de

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